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Lándstrích bis Lánd-Sýndicus (Bd. 2, Sp. 1895 bis 1896)
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Artikelverweis Der Lándstrích, des -es, plur. die -e, ein unter Einer Polhöhe in die Länge sich erstreckender Strich so wohl der Erdkugel, als besonders des festen Landes; der Erdstrich, Himmelstrich, die Zone, das Klima.
 
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Die Landstadt, plur. die -städte. 1) Eine zu einem Lande, d. i. Provinz, gehörige, dem Landesherren der Provinz unterworfene Stadt, eine Municipal-Stadt; zum Unterschiede von einer Reichsstadt. 2) Zuweilen führen auch dem Landesherren unmittelbar unterworfene Städte den Nahmen der Landstädte; zum Unterschiede von den Amtsstädten oder adeligen Städten. 3) In manchen Ländern werden die kleinern Städte außer den Hauptstädten Landstädte genannt, weil man sie gewisser Maßen mit zu dem flachen Lande, so fern dasselbe der Stadt in engerer Bedeutung entgegen gesetzt ist, rechnet. 4) Eine in dem festen Lande gelegene Stadt; zum Unterschiede von einer Seestadt.
 
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Der Landstand, des -es, plur. die -stände, ein Stand eines Landes oder einer Provinz, doch nur ein solcher Stand, welcher das Recht hat, auf Landtagen zu erscheinen, und daselbst über Landesangelegenheiten zu stimmen. Die Landstände zusammen berufen. S. Adelung Stand. Daher landständisch, oder nur ständisch, den Landständen gehörig, in ihrer Eigenschaft und Würde gegründet. S. Landschaft und Landsaß.
 
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Der Landstein, des -es, plur. die -e. 1) Der Gränzstein, so wohl eines ganzes Landes, einer Provinz, als auch einzelner Ländereyen oder Grundstücke. 2) Im Bergbaue werden diejenigen Eisensteine, welche man hin und wieder auf oder gleich unter der Erde findet, und sie daher nicht erst auf bergmännische Art gewinnen darf, Landsteine genannt. S. auch Rasenstein.

[Bd. 2, Sp. 1896]



 
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Das Landstêrben, des -s, plur. inus. eine Landseuche, wenn sie viele Menschen oder Vieh in einem Lande dahin raffet.
 
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Die Landsteuer, plur. die -n, eine Steuer, welche von den Ländereyen eines Landes gegeben wird; zum Unterschiede von der Kopfsteuer, Vermögensteuer u. s. f. Zuweilen auch eine Steuer, welche auf dem Lande, von den Landleuten gegeben wird; zum Unterschiede von der Städtesteuer.
 
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Die Landstraße, plur. die -n, eine Straße, d. i. großer breiter Weg, welcher durch ein ganzes Land, oder auch aus einem Lande in das andere gehet, und gemeiniglich auf Kosten des Landes unterhalten, und auch die Heerstraße genannt wird, nicht so wohl von Heer, Kriegsheer, als von Heer, eine jede Menge Menschen. In einigen Gegenden auch die Geleitsstraße, weil sie immer sicheres Geleit hat, ehedem der Königsweg, weil er unter dem besondern Schutze der Deutschen Könige und Kaiser stand, im Schwabenspiegel Kap. 214 des Kungez strauzz, wo aber auch schon Lantstrauzz vorkommt, im Nieders. Hellweg, welches vielleicht aus Heerweg verderbt ist.
 
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Der Landstreicher, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Landstreicherinn, eine Person, welche ohne bestimmte rechtmäßige Absicht im Lande herum streicht, im harten und verächtlichen Verstande; ein Irrläufer, im Oberd. Landfahrer, Landstörzer, Landstreiner, Landströmer, Landstürer, Landschweifer, Strickling, von streichen, Strolchengesindel, Freyart, im Westphäl. Schojer.
 
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Die Landstube, plur. die -n. 1) Diejenige Stube, oder dasjenige Zimmer, worin sich die Landstände versammeln. 2) Dasjenige Zimmer, in welchem ein Land- oder Provinzial-Gericht gehalten wird, und dieses Gericht selbst. 3) Dasjenige Zimmer, worin sich ein für die Güter oder Districte auf dem Lande verordnetes Collegium versammelt, und dieses Collegium selbst. So ist die Landstube in Leipzig das Collegium der zu des Rathes Land- und Rittergütern verordneten Deputirten.
 
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Die Lándsuchung, plur. die -en, die obrigkeitliche Aufsuchung verdächtiger Personen in einem ganzen Lande.
 
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Das Lánd-Sýndicus, des -ci, plur. die -ci, der Syndicus eines ganzen Landes, oder der Landstände; in einigen Oberdeutschen Gegenden Landschreiber.

 

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