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Landplage bis Landröthe (Bd. 2, Sp. 1891 bis 1892)
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Artikelverweis Die Landplage, plur. die -n, eine Plage, d. i. ein Übel, welche ein ganzes Land, dessen sämmtliche Einwohner drücket. So sind Krieg, Pest, allgemeiner Mißwachs u. s. f. Landplagen.
 
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Die Land-Polizey, plur. inus. die Polizey auf dem Lande; im Gegensatze der Stadt-Polizey. Beyde sind Theile der Landes-Polizey.
 
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Der Landrath, des -es, plur. die -räthe. 1) In einigen Gegenden, der Beysitzer eines Landgerichtes, besonders eines adeligen Landgerichtes. In andern Provinzen sind es gewisse adelige Landstände, welche theils in allgemeinen Angelegenheiten der Ritterschaft zu Rathe gezogen werden, theils auch die Landesabgaben verwalten, daher sie im Lüneburgischen auch Schatzräthe heißen. 2) In der Schweiz wird, wenigstens in einigen Cantons, der Senat oder das Raths-Collegium eines ganzen Cantons der Landrath genannt.
 
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Der Landrauch, S. Adelung Heerrauch.
 
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Die Landrauke, plur. inus. eine Art der Rauke, welche auf den sumpfigen Wiesen des mitternächtigen Europa wächset, zum Unterschiede von der Sumpfrauke und dem Wasserrettige; Sisymbrium terrestre L.
 
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Das Landrêcht, des -es, plur. die -e. 1) Die Sammlung oder der Inbegriff der in einem Lande, d. i. einer Provinz, üblichen bürgerlichen Rechte, das Provinzial-Recht; zum Unterschiede so wohl von dem Römischen Rechte, dem kanonischen Rechte und dem Lehnrechte, als auch von dem Stadtrechte. Es wird hier collective, so wohl im Singular als im Plural gebraucht. Schon bey dem Notker Lantrechtiu. Das Sächsische Landrecht, das Schwäbische Landrecht. 2) In einigen Ländern, z. B. in einigen Helvetischen Cantons, ist das Landrecht so wohl dem Bergrechte, als auch dem Stadtrechte entgegen gesetzet, und da begreift jenes den Inbegriff der auf dem flachen Lande eingeführten Rechte. 3) Im Oberdeutschen, besonders in Schlesien, Böhmen und andern Provinzen, ist das Landrecht so viel als ein Landgericht in der ersten Bedeutung dieses Wortes, vor welchem die gemeinen Landessachen, und Dinge, welche die Güter der Adeligen betreffen, abgehandelt werden. In Schlesien hat fast jede Provinz ihr eigenes Landrecht, in welchem gemeiniglich der Landeshauptmann den Vorsitz hat, welchem der Landrichter, der Landkanzler, mehrere Landschöppen oder Landrechtsbeysitzer, der Landschreiber u. s. f. untergeordnet sind. Das kaiserlich königliche Landrecht in Nieder-Österreich bestehet aus einem obersten Landrichter, mehrern Landräthen als Beysitzern, einem Landschreiber u. s. f. S. auch Landgericht.
 
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Der Landrêgen, des -s, plur. ut nom. sing. ein anhaltender Regen, welcher sich über ein ganzes Land erstrecket; zum Unterschiede von einem Strichregen. Im gemeinen Leben beleget man mit diesem Nahmen einen ganze Tage anhaltenden Regen, bey welchem der ganze Horizont bezogen ist.
 
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Der Landreiter, des -s, plur. ut nom. sing. ein obrigkeitlicher geringer Bedienter zu Pferde, welcher das Land zu bereiten, und auf die Übertreter der Polizey, der Wald- und Forstordnungen, der Zölle u. s. f. ein wachsames Auge hat, und in einigen Gegenden auch Land-Dragoner, Ausreiter, Überreiter genannt wird. In der Mark Brandenburg wird der einem solchen Landreiter angewiesene Bezirk die Landreiterey genannt, mit welchem Worte man zuweilen auch dessen Wohnung und dessen Amt bezeichnet.

[Bd. 2, Sp. 1892]



 
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Der Landrêntmeister, des -s, plur. ut nom. sing. der Rentmeister, d. i. der Einnehmer der öffentlichen Gefälle, so wohl eines ganzen Landes, als auch zuweilen auf dem flachen Lande, in welchem letztern Falle er dem Stadtrentmeister entgegen stehet.
 
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Der Landrichter, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Der Richter in einem Landgerichte oder Landrechte, der aber nicht allemahl in demselben den Vorsitz hat. S. Adelung Landrecht und Landgericht. In dem größern Landrechte des Königreiches Böhmen hat der Landrichter noch den obersten Burggrafen, den obersten Landhofmeister, den obersten Landmarschall und den obersten Landkämmerer, in dem kleinern Landrechte aber den Vice-Burggrafen und Vice-Landkämmerer über sich. 2) Ein Richter auf dem Lande; im Gegensatze eines Stadtrichters.
 
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Die Landröthe, plur. inus. im Handel und Wandel, die gemeinste Art Röthe oder Grappe, welche durch Schößlinge fortgepflanzet wird, und ihren Samen nicht zur Reife bringt. Vermuthlich weil sie gemeiniglich in dem Lande, in welchem sie gebauet wird, auch verbraucht wird.

 

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