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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Nimmer bis Nivelliren (Bd. 3, Sp. 509 bis 513)
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Artikelverweis  Nimmer, ein Umstandswort der Zeit, welches eine doppelte Bedeutung hat, und allem Ansehen nach auch zwiefachen Ursprunges ist.
   1. Zu keiner Zeit, niemahls, so wohl von einer künftigen, als von einer vergangenen Zeit, im Gegensatze des immer, aus welchem und der alten Verneinung ni, es auch zusammen gesetzet ist; bey dem Ottfried niamer, bey welchem jamer für immer vorkommt. Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volke des Tages, 2 Mos. 13, 22. Das Feuer soll nimmer verlöschen, 3 Mos. 6, 12. Der Gottlosen Bauch hat nimmer genug, Sprichw. 13, 25. Das Auge siehet sich nimmer satt, Pred. 1, 8. Hochmuth thut nimmer gut, Sir. 3, 30. Faule Leute werden nimmer reich. Das werde ich nimmer vergessen.
   Mein Urtheil das mir fällt,
   Das kostet nimmer Geld,
   Weil solches unbehellt,
   Mein Richter mir bestellt,
   Logau.
   Der mit bestälter Äsche, nimmer müde,
   Den rasenden Encelados
   Zurücke warf,
   Raml. Im Hochdeutschen ist doch dafür niemahls, nie, und in manchen Fällen das verstärkte nimmermehr üblicher.
   Das nicht ist hier eben so überflüssig und fehlerhaft, als bey andern verneinenden Wörtern.
   Wer nimmer nichts versucht, der weiß nicht was er kann,
   Logau. Im gemeinen Leben macht man mit diesem Worte allerley Zusammensetzungen. Ein Nimmersatt, Nimmergenug, welcher niemahls satt wird, niemahls genug hat, Nimmerfroh, der niemahls froh wird, Nimmernüchtern, der niemahls nüchtern ist, auf Sanct Nimmerstag, niemahls u. s. f.
   2. * Für nicht mehr, nicht wieder, die Wiederhohlung oder Fortdauer zu verneinen, im Gegensatze des wieder und noch; da es denn aus nie und mehr zusammen gesetzet ist. Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer, Ps. 37, 10. Wenn nimmer Holz da ist, verleschet das Feuer, Sprichw. 26, 20. Wenn der Wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, Ps. 103, 16. Ich will ihrer Sünde nimmer gedenken, Jer. 31, 34; wo bessere Ausgaben nicht mehr haben. Er kommt nimmer. Ich konnte die Schmerzen nimmer ausstehen. Nimmer thun ist die beste Buße, nicht mehr thun. In dieser Bedeutung ist es nur in den gemeinen Sprecharten, besonders Oberdeutschlandes, üblich. Die anständige Schreibart kennet sie nicht.
   Anm. Bey dem Ottfried niamer, bey den Schwäbischen Dichtern niemer, im Nieders. nümmer, im Engl. never.
 
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Nimmermehr, adv. temp. schlechterdings zu keiner Zeit, in der ersten Bedeutung des vorigen Nebenwortes, und nur von einer künftigen Zeit. Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen, Sprichw. 10, 30. Liebe höret nimmermehr auf, 1 Cor. 13, 8. Bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr übels thun, Sir. 7, 40. Das soll nimmermehr wieder geschehen. Nun und nimmermehr, eine Verstärkung des nimmermehr. Nein, nun und nimmermehr soll das geschehen. Nimmermehr wird das geschehen. So kommen wir nimmermehr zu Stande. Zuweilen wird es auch figürlich als eine starke Verneinung gebraucht. Das will ich nimmermehr hoffen. Sie werden doch ihre Braus nimmermehr bey einem fremden Menschen alleine lassen? Weiße. Das hätte ich nimmermehr gedacht.
   Bey dem Stryker nimmermere.
 
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Der Nimmersatt, subst. indecl. eine Person, welche niemahls satt wird, im gemeinen Leben. S. Adelung Nimmer 1. In engerer Bedeutung ist der Nimmersatt eine Art Pelikanes oder Löffelgans, welcher so groß wie eine Gans ist, einen großen Kropf, hohe Beine, einen konischen am Ende gekrümmten Schnabel, einen schwarzen Schwanz und schwarze Füße hat; Tantalus Klein. hochbeiniger Mauchler, Baumpelikan, weil er sich auf den Bäumen aufhält.
 
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Nippen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches nur in den gemeinen Sprecharten üblich ist, im Trinken kleine, behende Züge thun, wenig auf Ein Mahl trinken.
 
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Nirgends, Nirgend, ein Nebenwort des Ortes, an keinem Orte, im Gegensatze des irgend oder irgends. Hab ich doch nirgend keine Hülfe, Hiob. 6, 13. Ein Gott desgleichen nirgend ist, Es. 46, 9. Ein Prophet gilt nirgend weniger als in seinem Vaterlande, Matth. 13, 7. Ich weiß nirgends hin. Ich sehe es nirgends. Im Grabe ist Trost für mich, sonst nirgends, Weiße. Nirgends wo, im gemeinen Leben, für nirgends.
   Anm. Im Nieders. nergen, nargens. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter kommt dafür nieware vor, von war, wo, so wie in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten statt nirgends auch nienen, nienent, und nindert, im Gegensatze des indert üblich. Nirgends mit dem s am Ende ist

[Bd. 3, Sp. 511]


im Hochdeutschen üblicher als nirgend, so wie irgend häufiger ist, als irgends. Im Böhmischen lautet dieses Nebenwort nikdez.
 
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Die Nīsche, plur. die -n, Diminut. das Nīschchen, Oberd. Nīschlein, ein aus dem Franz. Niche entlehntes Wort, eine Aushöhlung in der Wand eines Gebäudes zu bezeichnen, ein Bild, oder eine Bildsäule darein zu stellen; die Blende, Bilderblende. In den gemeinen Sprecharten auch Nitsche. Ital. Nicchio.
 
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* Der Níschel, des -s, plur. ut nom. sing. nur in den gemeinen Sprecharten, besonders Obersachsens, den Kopf im verächtlichen Verstande oder im Scherze zu bezeichnen. Verflucht, die Haare fahren mir alle auf dem Nischel empor, Weiße. Es scheinet zu Nuß, Niere, und allen Wörtern dieses Geschlechtes zu gehören, welche etwas Rundes, Erhabenes bedeuten. In einigen Gegenden wird der Mossperling Holznischel und Muschelnischel genannt, wo es aber zu einem andern Stamme gehören muß.
 
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Niß, eine Ableitungssylbe, welche Hauptwörter aus Bey- und Zeitwörtern bildet, welche theils die Handlung selbst oder einen Zustand, theils aber auch eine Sache, welche etwas thut, oder auch welche gethan wird, einen Ort u. s. f. bedeuten.
   Die Wörter, aus welchen vermittelst dieser Endung Hauptwörter gebildet werden können, sind 1) Beywörter, von welcher Art Finsterniß, Wildniß, Geheimniß, und die veralteten Schwerniß und Wärniß sind. 2) Zeitwörter, deren Anzahl größer ist. Die Bildung kann hier so wohl von dem Infinitive geschehen, da denn die erhaltenen Hauptwörter zuweilen die Stelle der Verbalium auf -ung vertreten, wie Emfpängniß, Fäulniß, Verdammniß, Erlaubniß, Fahrniß, Kümmerniß, Besorgniß, Begegniß, Beschwerniß, Ärgerniß, Hinderniß, Säumniß u. s. f. Da denn, wenn die beybehaltene Stammsylbe des Zeitwortes sich schon auf ein n endiget, das t euphonicum eingeschaltet wird, wie Kenntniß, Erkenntniß, Bekenntniß. Als auch von dem Mittelworte der vergangenen Zeit, da denn, wenn sich dasselbe auf ein t oder en endiget, diese weggeworfen werden; auf welche Art Betrübniß, Bündniß, Geständniß, Begängniß u. s. f. aus betrübt, gebunden, gestanden, begangen gebildet sind. Nur der Wohllaut behält zuweilen das t bey, wie in Bewandtniß, Vermächtniß, Gedächtniß und vielleicht noch einigen andern. Gemeiniglich werden auch die Selbstlauter a, o und u in ä, ö und ü verwandelt. Nur Erlaubniß, Fahrniß, Bewandtniß, Verdammniß, Besorgniß, Befugniß und Erforderniß behalten ihre Selbstlauter. Was die Bedeutung dieser Wörter betrifft, so hängt selbige von denjenigen Wörtern ab, von welchen sie gebildet worden. 1) Sind es Beywörter, so bezeichnen sie so wohl das Abstractum, als auch das mit der Eigenschaft des Beywortes begabte Ding. 2) Die von Infinitiven gemachten Hauptwörter, bedeuten theils die Handlung, den Zustand, wie Begräbniß, Gefängniß, Verlöbniß u. s. f. bekommen aber auch verschiedene figürliche Bedeutungen, und vertreten im ersten Falle die Zeitwörter auf -ung; theils aber auch ein Ding, welches die Handlung des Zeitwortes verrichtet, welches aber keine Person seyn darf, wie Bedrängniß, Fahrniß, was fähret oder sich bewegt, welches aber auch von dem Mittelworte gemacht seyn kann, etwas welches beweget wird, Begegniß, was uns begegnet, Beschwerniß, Ärgerniß, Hinderniß, Versäumniß, Bedürfniß, was man bedarf, Behältniß, was etwas aufbehält u. s. f. 3) Diejenigen, welche von dem Mittelworte der vergangenen Zeit herkommen, bezeichnen theils, so wie die von Beywörtern, ein Abstractum, oder den Zustand, theils auch etwas das gethan wird; wie Bündniß, Geständniß, Vermächtniß, Gedächtniß, Verständniß, Bildniß u. s. f. In manchen Wörtern kommen mehrere dieser Bedeutungen zusammen, und alsdann

[Bd. 3, Sp. 512]


scheinet auch das Wort so wohl von dem Infinitive, als auch von dem Mittelworte zugleich gebildet zu seyn.
   Mit dem Geschlechte dieses Wortes haben sich die Sprachlehrer viel zu schaffen gemacht. In dem 2ten Bande der Schriften der Anhältischen Deutschen Gesellschaft wird S. 432 auf sieben Blättern davon gehandelt; Heynatz widmet demselben in seinem zehnten Briefe gleichfalls sieben Blätter, und Stosch handelt im dritten Theile seiner Bestimmung gleichbedeutender Wörter S. 418 auch davon. Daß die Wörter auf -niß so wohl im weiblichen als ungewissen Geschlechte üblich sind, gestehet ein jeder ein. Die meisten wollen mit Gottscheden das weibliche Geschlecht gebrauchen, wenn ein Wort das Abstractum oder die Handlung bedeutet, und das ungewisse, wenn es im Concreto gebraucht wird. Ich weiß nicht, warum sich bloß die Wörter auf -niß diesem Gesetze unterwerfen sollen, da wir so viele tausend andere haben, welche so wohl im Abstracto als Concreto gebraucht werden, ohne jemahls ihr Geschlecht zu ändern. Das sicherste ist also wohl, man halte sich an den Gebrauch, und lasse einem Worte dasjenige Geschlecht, welches demselben am häufigsten gegeben wird.
   Freylich ist der Gebrauch hier sehr schwankend und ungewiß. Im Oberdeutschen sind die meisten Wörter auf niß weiblichen Geschlechtes, obgleich auch viele daselbst im ungewissen üblich sind, denen wir im Hochdeutschen das weibliche beylegen. Die Hinderniß, die Bildniß, die Bündniß, die Gefängniß, das Wildniß, das Finsterniß, das Fäulniß u. s. f. sind lauter Oberdeutsche Formen, und man gebraucht sie, ohne auf die Bedeutung zu sehen, das Wort mag ein Abstractum oder ein Concretum bezeichnen. Hingegen lieben die Niedersachsen in diesen Wörtern das ungewisse Geschlecht, ohne doch das weibliche ganz auszuschließen.
   Im Hochdeutschen sind folgende am häufigsten weiblichen Geschlechtes: die Betrübniß, die Bedrängniß die Bewandniß, die Besorgniß, die Beschwerniß, die Begegniß, welche beyden letztern doch nur selten vorkommen, die Empfängniß, die Erkenntniß, die Erlaubniß, die Fahrniß, die Finsterniß, die Fäulniß, die Kenntniß, die Kümmerniß, die Verdammniß, die Wildniß, und vielleicht noch einige andere nicht so übliche. Das ungewisse hingegen bekommen: das Ärgerniß, das Bedürfniß, das Befugniß, das Begräbniß, das Bekenntniß, das Bündniß, das Bildniß, das Behältniß das Einverständniß, das Erforderniß, das Geheimniß, das Geständniß, das Gedächtniß, das Gefängniß, das Gleichniß, das Hinderniß, das Leichenbegängniß, das Mißverständniß, das Versäumniß, das Verlöbniß, das Verhältniß, das Vermächtniß, das Verzeichniß, das Verhängniß, das Zeugniß, und vielleicht noch einige andere. Wollte man diese nach der Regel formen, daß sie weiblich seyn sollten, wenn sie den Zustand oder die Handlung bedeuten, aber ungewiß, wenn sie ein Concretum bezeichnen, so müßte man den ganzen Sprachgebrauch umschaffen, ohne eben etwas gethan zu haben, welches die Mühe belohnete. Einige der jetzt angeführten Wörter sind im Hochdeutschen zweifelhaft, und bekommen in einerley Bedeutung von einigen das weibliche, von andern aber das ungewisse Geschlecht, je nachdem jeder der Ober- oder Niederdeutschen Mundart günstiger ist. Einige andere sind in verschiedenen Bedeutungen wirklich in beyden Geschlechtern üblich, und diese muß man denn freylich so lassen wie sie sind. Vermuthlich rühret solches daher, daß es in der einen Bedeutung von den Oberdeutschen, in der andern aber von den Niederdeutschen entlehnet worden.
   Die Oberdeutsche Mundart liebt diese Ableitungssylbe vorzüglich, daher sind in derselben eine Menge solcher Hauptwörter gangbar, welche die übrigen Mundarten, und folglich auch die Hochdeutsche nicht kennen. Viele derselben sind von Heynatz, und im 2ten

[Bd. 3, Sp. 513]


Bande der Schriften der Anhältischen Gesellschaft, an den angeführten Orten aufgezählet worden. Sie könnten aber gar leicht vierfach vermehret werden, wenn es die Mühe belohnete. Es scheinet sogar, daß man im Oberdeutschen täglich neue Wörter vermittelst dieser Sylbe bilde, wenn man sie bedarf. Im Hochdeutschen ist diese Freyheit nicht so uneingeschränkt, und es machte viel Schreibens, als Abt das Wort Empfindniß von dem Zustande des Empfindens gebrauchen wollte.
   Diese Sylbe ist sehr alt, und lautet bey dem Ulphilas -nassus, bey den ältesten Oberdeutschen Schriftstellern -nisse, nisso, nissa, welche Endsylben a, e, o zugleich Beweise des weiblichen Geschlechtes sind, bey den heutigen Oberdeutschen -nuß und im Plural -nüsse, im Angels. -nisse, -nysse, -nesse, im Engl. -ness. Die Alten machten gern Abstracta damit. So ist im Isidor Miltnisso die Milde, und Hartnissa die Härte. Im Nieders. wo es doch seltener vorkommt, lautet es -nis und -nisse, Drövnis, Betrübniß, Denknisse, Gefängniß, Gefangenschaft, Düsternis, Finsterniß, Erbnis, Erbe, Eigenthum. Um die Abstammung dieser Eylbe, welche doch gewiß kein leerer Schall ist, hat sich noch niemand bekümmert. So fern die concrete Bedeutung, wie sehr wahrscheinlich ist, die erste und älteste ist, scheinet es mit Noß, Nuß, so fern es noch in manchen Gegenden ein Ding überhaupt bedeutet, verwandt, oder vielmehr ein und eben dasselbe Wort zu seyn, S. Noß.
 
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Die Nisse, sing. inus. 1) Die Eyer der Läuse, besonders in den Haaren. Nisse haben. Die Nisse abkämmen. 2) Auch die Eyer der Bienen werden von einigen Nisse genannt, dagegen sie bey andern, welche die Bienen für ein lebendig gebärendes Insect halten, Maden heißen.
   Anm. Bey ältern Oberdeutschen Schriftstellern Nizze, im Nieders. Nete, im Engl. Nits, im Wallis. Nett, im Angels. mit dem vorgesetzten Hauche Hnitu, im Dän. Gnid, im Schwed. Gnet, im Böhm. Hnida, im Pohln. Gnida, im Griech. κονις, ιδος. Es bedeutet ohne Zweifel einen kleinen runden Körper, so wie Nuß einen solchen größern, S das letzte. Auf ähnliche Art heißen sie im Lat. Lentes indem Linochen, Lieschen, auch im Deutschen von einem sehr kleinen Stückchen gebraucht werden. Der Singular wird selten gebraucht; sollte er nöthig seyn, so müßte das Wort in demselben die Niß heißen.
 
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Nisten, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, sein Nest bauen oder bereiten, am häufigsten in Beziehung und mit Meldung des Ortes. Die Vögel nisten auf den Cedern, Ps. 104, 17. Daß des Sommers die Vögel darin nisten, Es. 18, 6. Thut wie die Tauben, so da nisten in den hohlen Löchern, Jerem. 48, 28. Die Eulen nisten auf den Kirchthürmen und in altem Gemäuer, die Schwalben an den Wänden, die Rohrdrommel im Rohre. Von solchen Thieren, welche keine Nester haben, ist es im eigentlichsten Verstande nicht gebräuchlich, ob es gleich Es. 34, 15 heißt: der Igel wird auch daselbst nisten, und auch Opitz sagt, wo grimme Leoparden nisten. Von Raubvögeln gebrauchen die Jäger das Wort horsten. Ingleichen figürlich, sich an einem Orte fest setzen, seinen dauerhaften Aufenthalt daselbst nehmen, im Scherze und verächtlichen Verstande.
   Laß
   Keine Lust zu bösen Lüsten,
   In dem innern Menschen nisten,
   Gryph. Wofür doch im Hochdeutschen sich einnisten üblicher ist. Daher das Nisten.
   Anm. Bey dem Willeram und Notker nisten und nesten, im Nieders. nesten, im Angels. nistian, im Engl. to nestle, im Franz. nicher, im Schwed. nästla, im Lat. nidificare. S. Adelung Nest.
 
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Nivelliren, S. Adelung Abwägen.

[Bd. 3, Sp. 514]