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Nêbenschóß bis Nêbenstück (Bd. 3, Sp. 454 bis 455)
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Artikelverweis Der Nêbenschóß, oder Nêbenschßling, des -es, plur. die -e, bey den Gärtnern, Schosse oder Schößlinge, welche außer und neben den Hauptschossen, d. i. nicht auf dem Schnitte des vorigen Jahres, heraus treiben, und auch Wasserschosse und Wasserreiser genannt werden.
 
Artikelverweis Das
Nêbenschreiben, des -s, plur. ut nom. sing. ein Schreiben, d. i. ein Brief, welches dem Hauptschreiben nach- und untergeordnet ist, und auch ein Beyschreiben genannt wird.
 
Artikelverweis Der
Nêbenschuldner, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Nebenschuldnerinn, S. Adelung Hauptschuldner.
 
Artikelverweis Die
Nêbenseite, plur. die -n, eine der Hauptseite nach- oder untergeordnete, von derselben abhängige Seite.
 
Artikelverweis Die
Nêbensonne, plur. die -n, der Wiederschein der Sonne, oder das durch die Refraction der Lichtstrahlen in der mit Dünsten angefüllten Luft hervor gebrachte Bild der Sonne; Parelium, auch die Beysonne, im Oberd. die Wahnsonne, in dem 1482 gedruckten Buche der Natur Zusonne, im Schwed. Vädersol, Wiedersonne.
 
Artikelverweis Der
Nêbenstrahl, des -es, plur. die -en, S. Adelung Hauptstrahl.
 
Artikelverweis Die
Nêbenstraße, plur. die -n, eine der Hauptstraße nach- und untergeordnete Straße.
 
Artikelverweis Die
Nêbenstreiche, plur. die -n, in der Kriegsbaukunst, eine der Hauptstreiche oder Haupt-Flanke nach- und untergeordnete Streiche, dasjenige Stück von der Cortine, welches die beyden Defensions-Linien abschneidet; die Neben-Flanke, Französ. Second-Flanc.
 
Artikelverweis Der
Nbenstrích, des -es, plur. die -e, Striche, welche von dem Hauptstriche abhängig, ihm nach- und untergeordnet sind. So werden die zwischen den Hauptstrichen auf dem Compasse befindlichen Striche, welche die Nebengegenden bezeichnen, und diese Nebengegenden selbst, Nebenstriche genannt.
 
Artikelverweis Die
Nêbenstube, plur. die -n, Diminut. das Nebenstübchen, eine Stube, welche sich dem Orte nach neben einer andern, ihr zur Seite befindet. Ingleichen eine der Hauptstube nach- und untergeordnete, von ihr abhängige, gemeiniglich kleinere Stube. So ist auf dem Reichstage zu Regensburg, die fürstliche Nebenstube,

[Bd. 3, Sp. 455]


dasjenige Zimmer, in welchem sich die fürstlichen Gesandten insgeheim ohne die Secretarien versammeln, zum Unterschiede von der ordentlichen fürstlichen Rathsstube. In beyden Fällen in der anständigern Sprechart das Nebenzimmer.
 
Artikelverweis Das
Nêbenstück, des -es, plur. die -e. 1) Ein dem Hauptstücke nach- oder untergeordnetes, von demselben abhängiges Stück. 2) Ein Stück gleicher Art, es neben einem andern zu stellen; für das Franz. Pendant.