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Mênschheit bis Mêrkbar (Bd. 3, Sp. 180 bis 181)
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Artikelverweis Die Mênschheit, plur. car. das Abstractum des Hauptwortes Mensch, die menschliche Natur zu bezeichnen. 1) Überhaupt. Die Menschheit Christi. Die Menschheit annehmen, die menschliche Natur, von Christo. Die Menschheit ablegen oder ausziehen, ein unbequemer Ausdruck, welchen einige für sterben gebrauchen. Lasterhafte Seelen, die das größte, was die Menschheit besitzt, verunedeln. Es gehöret mehr als Menschheit dazu, seine Fassung bey so niedrigen Boßheiten zu behalten.
   Wer gar kein Ungemach begehret auszustehn,
   Muß in der Welt nicht seyn, muß aus der Menschheit gehn,
   Logau. Wo es aber auch das menschliche Geschlecht bedeuten kann, wofür eben dieser Dichter an einem andern Orte das ungewöhnliche Menschenthum gebraucht. 2) In engerer Bedeutung, die Fertigkeit, die Pflichten des gesellschaftlichen Lebens auszuüben; wofür doch Menschlichkeit üblicher ist. Alle Menschheit ausziehen, ablegen. Die Pflichten der Menschheit gegen einander ausüben. Keine Menschheit haben. 3) * Das menschliche Geschlecht, besonders in Rücksicht auf dessen Cultur; eine von einigen Neuern in den Gang gebrachte Bedeutung, welche aber so wohl wider alle Analogie, als auch wider die Bedeutung der Ableitungssylbe -heit ist. Geschichte der Menschheit. Ephemeriden der Menschheit.
   Bey dem Stryker Mansheit, im Schwabensp. Menschhait, im Dän. Manddom, im Schwed. Mandom.
 
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Mênschlich, -er, -ste, adj. et adv. von dem Hauptworte Mensch. 1. In dessen weitesten Bedeutung, so fern es ein mit einer vernünftigen Seele begabtes lebendiges Geschöpf bedeutet. 1) Einem Menschen ähnlich. Eine menschliche Gestalt. Er siehet nicht menschlich aus. 2) In des Menschen Natur gegründet, dem Menschen gehörig; ohne Comparation. Das menschliche Geschlecht, alle Menschen als ein Ganzes betrachtet. Die menschliche Natur Christi. Die menschliche Klugheit, menschliche Vernunft. Der Gipfel der menschlichen Größe. Ich biethe aller menschlichen Gewalt Trotz. 2. In engerer Bedeutung. 1) Mit dem Nebenbegriffe des eingeschränkten, der Gefahr

[Bd. 3, Sp. 181]


zu irren, zu sterben u. s. f. ausgesetzten Zustandes. Irren ist menschlich. Wenn mir etwas Menschliches begegnen sollte, wenn ich irren sollte, und in einem andern Verstande, wenn ich sterben sollte. Menschlich reden, faßlich, begreiflich, so daß es dem größten Haufen der Menschen verständlich ist; Röm. 6, 19. S. Adelung Mensch 2. 1). Mit dem Nebenbegriffe des gesellschaftlichen Zustandes gesitteter Menschen, diesem Zustande gemäß, darin gegründet; im Gegensatze des unmenschlich. Man ist menschlich, wenn man die Pflichten der allgemeinen Geselligkeit nicht verletzet. S. Mensch 2. 1).
 
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Die Mênschlichkeit, plur. car. das Abstractum des vorigen Beywortes, doch nur in dessen letzten Bedeutung, die Neigung und Fertigkeit, die Pflichten des gesellschaftlichen Lebens zu erfüllen; im Gegensatze der Unmenschlichkeit. Alle Menschlichkeit ausziehen. Die Ältern geben uns die Menschheit, die Erziehung muß uns die Menschlichkeit geben, Sonnenf. Wider den Sprachgebrauch. ist es, wenn einige neuere unerfahrne Schriftsteller dieses Wort bald für Menschheit, d. i. menschliche Natur, bald aber auch für das menschliche Geschlecht gebrauchen.
 
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Mênschmöglich, adj. et adv. S. Adelung Menschenmöglich.
 
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Die Mênschwêrdung, plur. car. ein nur in der Theologie von Christo übliches und aus der R. A. Mensch werden gebildetes Wort, die Vereinigung der Menschheit mit der Gottheit zu einer einigen Person in Christo zu bezeichnen; im mittlern Lat. Incarnatio, im Isidor Infleiscnissa, in dem Buche Belial die Verfleischung, bey dem Notker Lichamhafti, Lichamuuordeni, Manuuerdeni, Menniskeheit.
 
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Die Mênsūr, plur. die -en, ein aus dem Latein. Mensura, das Maß, entlehntes, aber nur in einigen Fällen übliches Wort. In der Musik wird das Zeitmaß oder der Tact auch die Mensur genannt. Bey den Bildhauern ist die Mensur ein viereckter an den Seiten in Zolle getheilter Rahmen, mit einem Kreuze in der Mitte, welcher an der Decke horizontal über der Statue aufgehängt wird, vermittelst der von den vier Ecken herab hangenden mit Bleygewichten versehenen Schnüre, die Entfernungen an der Statue zu messen.
 
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Mênsuriren, verb. reg. act. welches von dem vorigen Worte gebildet, und gleichfalls nur in einigen Fällen üblich ist. Bey den Orgelbauern werden die Pfeifen mensurirt, wenn sie nach Maßgabe ihrer Tonart an der Weite und Länge nach dem Maßstabe zugeschnitten werden.
 
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Der Mêrch, des -es, plur. die -e, eine im Oberdeutschen übliche Benennung einer Art Taucher, welche mit dem Latein. Mergus überein kommt, S. Adelung Grebe.
 
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Der Mêrgel, S. Adelung Märgel.
 
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Das Mêrk, des -es, plur. die -e, ein nur im gemeinen Leben für Zeichen, Marke, Merkmahl, Merkzeichen übliches Wort. Das Merk auf einem Ballen Waare. S. Adelung Marke, Gemerk und Merken.
 
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Mêrkbar, -er, -ste, adj. et adv. was gemerket, d. i. durch die Sinne empfunden werden kann; merklich. Sich dem Gehöre merkbar machen.