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Meistergesêll bis Meisterrêcht (Bd. 3, Sp. 167 bis 169)
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Artikelverweis Der Meistergesêll, des -en, plur. die -en, bey den Handwerkern, ein Gesell, welcher bey einer Handwerkswitwe die Stelle des Meisters vertritt.

[Bd. 3, Sp. 168]



 
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Meisterhaft, -er, -este, adj. et adv. von Meister, ein in seiner Kunst, in seiner Wissenschaft vorzüglich erfahrner, geschickter Mann, einem solchen Manne gemäß, in dessen Fertigkeit, Erfahrung und Einsicht gegründet; im gemeinen Leben meisterlich. Ein meisterhaftes Gemählde. Ein meisterhafter Streich.
 
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Die Meisterhand, plur. die -hände, von der vorigen Bedeutung und figürlich, die Geschicklichkeit und Einsicht eines in einer Sache vorzüglich erfahrnen und geschickten Mannes. Die Meisterhand, welche den classischen Vollkommenheiten der Alten nachzueifern weiß.
 
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Der Meisterjäger, des -s, plur. ut nom. sing. an den Höfen, erfahrne Jäger, welche im Range auf die Jagd-Cavalier und Jagdjunker folgen, den Jagd-Pagen, Jagdschreibern, Leib- und Hofjägern u. s. f. aber vorgehen, und die anbefohlnen Jagden anstellen. Von Meister, so fern es einen Vorgesetzten bedeutet.
 
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Der Meisterknêcht, des -es, plur. die -e. 1) Bey den Schäfern, der vornehmste Schafknecht, welcher die Schafe treibt und hüthet, zum Unterschiede von dem Hammelknechte und Lämmerknechte. Im Nieders. ist Meisterknecht der oberste Bediente in einer Fabrik, welcher die Aufsicht über die übrigen Arbeiter hat. Beydes von Meister, so fern es einen Vorgesetzten, oder den Vornehmsten unter mehrern bedeutet. 2) Bey den Handwerkern wird der Jungmeister, d. i. der jüngste Meister, welcher die übrigen Meister zusammen ruft, der Meisterknecht genannt.
 
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Der Meīsterkoch, plur. die -kche, an den Höfen, der vornehmste unter den Hofköchen, welcher aber noch von dem Mundkoche unterschieden ist. S. Adelung Meister 1.
 
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Die Meisterlade, plur. die -n, bey den Handwerkern, die Lade, oder das Behältniß, worin die Freyheiten, Gerechtsamen u. s. f. des Handwerkes, die Rechnungen und Gelder der Zunft u. s. f. verwahret werden, und welche auch nur die Lade schlechthin heißt; zum Unterschiede von der Gesellenlade.
 
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Meisterlich, -er, -ste, adj. et adv. wie meisterhaft, nur daß dieses mehr der anständigen Sprechart, meisterlich aber mehr dem gemeinen Sprechgebrauche gemäß ist. Nach der Kunst meisterlich bilden, Weish. 13, 13. Wie meisterlich wußte er seine Empfindungen zu verbergen! Das kann ich meisterlich. Er glaubt, seine Sache meisterlich gemacht zu haben, vortrefflich.
 
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Meistern, verb. reg. act. welches von dem Hauptworte Meister gebildet ist, aber einen großen Theil seiner ehemahligen Bedeutungen verloren hat. Es bedeutete, 1) * Personen oder Sachen vorgesetzet seyn, sie regieren; S. Adelung Meister 1. Eine veraltete Bedeutung, in welcher meistron in den Monseeischen Glossen vorkommt. Etwas dieser Bedeutung ähnliches scheinet auch Luther Hiob 38, 33 im Sinne gehabt zu haben: weißest du, wie der Himmel zu regieren ist? oder kannst du ihn meistern auf Erden? Wo es bey Michaelis heißt: Kennest du die Gesetze des Himmels, und machst die Abzeichnung für ihn auf der Erde? 2) Bemächtigen, überwältigen, von Meister, so fern es einen Stärkern, einen Herren bedeutet; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, in welcher noch die zusammen gesetzten bemeistern und übermeistern üblich sind.
   Ich kenne mich nicht mehr, ich weiß nicht was ich setze,
   Die Regung meistert mich,
   Gryph. 3) So fern Meister eine mit überlegener Einsicht oder Geschicklichkeit begabte Person bedeutet, ist meistern mit dem Bewußtseyn dieser überlegenen Einsicht tadeln, wo es doch größten Theils nur in engerer Bedeutung und im nachtheiligen Verstande, von der eingebildeten überlegenen Einsicht, oder einem unzeitigen, ungebührlichen Tadel der Handlungen oder Wirkungen eines andern gebraucht wird Schwed. mestra, Franz. maitriser. Sie versuchten

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Gott immer und meisterten den Heiligen in Israel, Ps. 78, 41. Wer ist mir gleich? Wer will mich meistern? Jer. 49, 19.
   Auch der dich meistert, muß dich lieben,
   Haged.
   Soll die Seele sich entwickeln, und in rechter Größe blühn,
   O, so muß kein klügelnd Meistern ihr die Majestät entziehn,
   ebend.
   Der mein Thun zu meistern denkt,
   Predigt tauben Ohren,
   ebend.
   Der Dünkel meistre dich, es mag die Thorheit richten,
   Dusch. In der im gemeinen Leben üblichen R. A. wer am Wege bauet, hat viel Meister, ist Meister aus dem sonst ungewöhnlichen Meisterer, Tadler, zusammen gezogen. 4) * Von Meister, ein Lehrer, war meistern ehedem lehren, in welcher ganz veralteten Bedeutung Notker meisteren gebraucht. 5) * So fern endlich Meister den Urheber, Verfertiger eines Werkes bedeutet, war meistern ehedem auch hervor bringen, verfertigen, machen. Scripturas die du meistrotost, Notk. die Schriften, welche du verfertigtest. Auch diese Bedeutung ist veraltet; indessen scheinet bey den Färbern noch etwas davon üblich zu seyn, bey welchen meistern die Grundfarbe einrichten bedeutet.
   Anm. Das Hauptwort die Meisterung ist nicht üblich. Im Schwed. heißt mestra auch zerbrechen, wo es besonders von dem Glase und den Fenstern gebraucht wird, aber alsdann ein ganz anderes Zeitwort ist, welches vermuthlich zu meiden, mähen, schneiden, stoßen, bey dem Ulphilas maitán, gehöret. Siehe Meißel.
 
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Das Meisterpfund, des -es, plur. die -e, bey den Wollwebern, eine Art schwererer Pfunde als die gewöhnlichen, nach welchen die Wolle, welche sie zum Spinnen ausgeben, gewogen wird. Von Meister, so fern es im weitesten Verstande ein andern Dingen seiner Art überlegenes Ding bedeutet.
 
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Das Meisterrêcht, des -es, plur. die -e. 1) Bey den Handwerkern, das mit dem Rahmen und Stande eines Handwerksmeisters verbundene Recht, das Recht, ein Handwerk öffentlich zu treiben, und Gesellen und Lehrlinge zu halten. Das Meisterrecht erhalten, erlangen, gewinnen. 2) In einigen Oberdeutschen Gegenden bedeutet es auch das Meisterstück. Sein Meisterrecht an etwas thun, Opitz. Und an einem andern Orte nennt er die Natur des Höchsten Meisterrecht und erstgebornes Kind.