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Meerrêttig bis Meerschildkröte (Bd. 3, Sp. 140 bis 141)
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Artikelverweis Der Meerrêttig, des -es, plur. inus. eine Art des Löffelkrautes, dessen lange dünne und scharfe Wurzel in den Küchen bekannt ist, wo sie, auch nach allerley Zubereitungen, den Nahmen des Meerrettiges behält; Cochlearia Armoracia L. Da dieses Gewächs in den Wassergräbern und kleinen Bächen einheimisch ist, so scheinet Meer hier für Moor, Morast, zu stehen, (S. das folgende,) obgleich andere es von dem Lat. amarus ableiten, und dieses Wort daher Märrettig schreiben. Da indessen dieses Gewächs im Nieders. Marreddik heißt, so wird in dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche nicht unwahrscheinlich gemuthmaßet, daß die erste Hälfte das alte Mar, ein Pferd, sey, weil die Wurzel den Pferden sehr gesund ist, daher sie auch im Engl. Horseradish heißt. Ihr Holländ. Nahme ist Mierik-Wortel. Im Oberdeutschen wird der Meerrettig Grän, Krän, Grien, Krien genannt, im Russischen Chren, ohne Zweifel von dem noch bey den Krainerischen Wenden üblichen grenak, bitter.
 
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Das Meerrind, des -es, plur. die -er, in einigen Gegenden, ein Nahme des Rohrdommels, S. dieses Wort. Hier ist Meer unstreitig so viel wie Moor, Morast, daher eben dieser Vogel an andern Orten Moosochse, und Moosreigel genannt wird.
 
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Die Meerröhre, plur. die -n. 1) Eine Art ungewundener Meerschnecken in Gestalt einer langen Röhre, deren es verschiedene Arten gibt, welche auch versteinert angetroffen werden; Tubulus L. Mehrere zusammen versteinerte Meerröhren in Einem Stücke führen bey den Steinkennern den Nahmen der Meerorgel, Seeorgel. 2) Auch eine Art weicher hornartiger Thierpflanzen, welche sich im Meere aufhalten, und aus einer theils einfachen, theils in Zweige zertheilten hornartigen Röhre bestehen, aus deren obern Theile das Thier durch viele Faden oder Arme hervor raget; Tubularia L. sind unter dem Nahmen der Meerröhren, ingleichen der Meerfäden bekannt.
 
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Der Meersäbel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Meerfisch, welcher zu dem Geschlechte der Delphinen gehöret. 10 bis 12 und in Amerika bis 30 Schuh lang ist, und außer den zwey Seitenfinnen eine 3 bis 4 Schuh lange Rückenfinne in Gestalt eines Säbels hat; Delphinus Gladius marinus L.
 
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Das Meersalz, S. Adelung Seesalz.
 
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Das Meersamkraut, des -es, plur. inus. eine Art des Samkrautes, welches an dem Strande des Europäischen Meeres wohnet; Potamogeton marinum L.
 
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Der Mēersaufísch, des -es, plur. die -e, eine Art Hapen mit einem höckerigen Rücken, ohne Steißfinnen; Squalus Galeus L.
 
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Der Meerschatten, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art der Seerappen, welche sehr mager ist, und um Rochelle häufig gefangen wird; Sciaena Umbra L. Franz. Maigre.
 
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Der Meerschaum, des -es, plur. inus. 1) Eine vorgegebene weiche, weiße, brüchige Masse, welche aus dem Schaume des salzigen Meerwassers bereitet wird, aber ein Unding ist, indem die Pfeifenköpfe, welche daraus bestehen sollen, und in Semlin u. s. f. sehr häufig verfertiget werden, aus einer Art weichen Speckstenes bestehen, welcher aus Natolien kommt, und die gelbe Farbe durch Sieden in Öhl erhält. Daher das Bey- und Nebenwort meerschaumen, aus Meerschaum verfertiget. Ein meerschaumener Pfeifenkopf. 2) Auch ein nackter Wurm mit Gliedern, welcher sich in dem Meere aufhält, einen erhabenen eyrunden Körper, und Fühlspitzen von verschiedener Gestalt und Anzahl hat; Holothuria L.

[Bd. 3, Sp. 141]



 
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Der Meerschäumer, des -s, plur. ut nom. sing. eine etwas anständigere Benennung eines Seeräubers, von der R. A. das Meer schäumen, d. i. auf Beute in der See herum segeln, S. Adelung Schäumen.
 
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Die Meerschildkröte, plur. die -n, eine Art großer Schildkröten, welche sich nur in dem gesalzenen Meerwasser aufhalten; zum Unterschiede von den Land- und Flußschildkröten.