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Maulig bis Maulwêrk (Bd. 3, Sp. 120 bis 121)
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Artikelverweis  Maulig, adj. et adv. von Maul, der Mund, welches aber nur in den Zusammensetzungen großmäulig, weitmäulig, engmäulig, hartmäulig, weichmäulig u. s. f. üblich ist, ein großes, weites, enges, hartes und welches Maul habend, welche Wörter auch Hauptwörter auf -keit leiden, die Hartmäuligkeit u. s. f.
 
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Die Manlklêmme, S. Adelung Mundklemme.
 
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Der Maulkorb, des -es, plur. die -körbe, ein geflochtener Korb, welchen man beißigen Thieren größerer Art, z. B. den Pferden, Mauleseln, Eseln u. s. f. um das Maul zu legen pfleget, damit sie nicht beißen können; der Beißkorb.
 
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† Der Māulmácher, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Maulmacherinn, in der niedrigen Sprechart, eine Person, welche der andern vergebliche Hoffnung macht, ihr gleichsam das Maul aufsperret, ohne ihr etwas hinein zu geben.
 
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Das Māulpfrd, des -es, plur. die -e, S. Adelung Maulesel.
 
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Die Maulschèlle, plur. die -n, im gemeinen Leben, eine Schelle, d. i. ein Schlag mit der flachen Hand auf das Maul oder die Backen; eine Schelle, eine Husche, eine Ohrfeige, in Baiern eine Schmiere, Flache, ein Schwinderling, in andern Gegenden eine Dusel, eine Dachtel, ein Wäffling, ehedem eine Halsschlage, ein Handschlag, ein Ohrschlag, ein Maulstreich, eine Brähme, ein Backenstreich, ein Bäckeling, bey den Bergleuten ein Windlicht. Schelle kommt hier von Schall her, und druckt den mit einem solchen Schlage verbundenen Schall aus. S. auch Maultasche.
 
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Die Maulspêrre, plur. inus. S. Adelung Mundklemme.
 
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Die Māultásche, plur. die -n. 1) Im gemeinen Leben, eine Maulschelle. Dän. Munddask. Tasche bedeutet hier, wie schon Stosch angemerket hat, einen Schlag, ohne indessen aus Tatsche verderbt zu seyn. Dasken ist im Niedersächs. und to dash im Engl. so viel als schlagen, und in engerer Bedeutung dreschen. S. Adelung Dreschen Anm. 2) Die letzte Erbinn der Grafschaft Tyrol bekam wegen ihres großen, einer Tasche ähnlichen Mundes, von ihren Zeitgenossen den Zunahmen Maultasche.
 
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Das Maulthier, des -es, plur. die -e, S. Adelung Maulesel.

[Bd. 3, Sp. 121]



 
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Die Maultrommel, plur. die -n, ein kleines eisernes Werkzeug, welches man in das Maul nimmt oder an die Zähne setzet, und an die daran befindliche stählerne elastische Zunge schlägt, um dadurch einen brummenden Klang hervor zu bringen; die Mundharfe, die Maulbrummel, das Brummeisen, bey dem Gohlius die Schnarre, Lat. Crembalum.
 
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Das Maulwêrk, des -es, plur. inus. in der niedrigen Sprechart, die Gabe zu reden. Ein gutes Maulwerk haben. In der anständigern Sprechart das Mundwerk.