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Martern bis Martins-Korn (Bd. 3, Sp. 87 bis 88)
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Artikelverweis  Martern, verb. reg. act. Marter, d. i. einen hohen Grad der Schmerzen verursachen, zunächst körperlicher Schmerzen, hernach auch einen hohen Grad des Kummers, der Unruhe, der Frucht, der Sorgen. Jemanden martern. In engerer Bedeutung, in den Gerichten, einen Inquisiten martern, ihn mit der Tortur angreifen, ihn foltern, orquiren. In der weitesten Bedeutung wird es von einem jeden hohen Grade der Mühe, Arbeit, Unruhe u. s. f. gebraucht. Sich martern und quälen. Martere mich nicht mit deinen vielen Fragen, mit deinem ungegründeten Verdachte u. s. f.
   Anm. Im Isidor martoran, bey dem Ottfried martolon, im Nieders. marteln und maddeln, im mittlern Lat. marturiare, für martyriare; ohne Zweifel aus dem Griech. μαρτυς. S. Adelung Märterer.
 
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Das Märterthum, des -es, plur. car. aus Märtererthum verkürzt, in der Theologie und in engerer Bedeutung, der Zustand,

[Bd. 3, Sp. 88]


die Eigenschaft, die Würde eines Märterers, d. i. eines solchen, welcher die Wahrheit mit seinem Tode besiegelt, oder mit Verlust seines Lebens bekannt hat.
 
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Der Märtertod, des -es, plur. car. eben daselbst, der Tod eines Märterers, d. i. eines Bekenners der christlichen Religion, und in weiterer Bedeutung einer jeden Wahrheit. Den Märtertod leiden. Es ist gleichfalls aus Märterertod verkürzt.
 
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Das Marterurtheil, des -es, plur. die -e, in den Rechten, dasjenige Urtheil, worin auf die Marter und Tortur erkannt wird.
 
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Die Márterwóche, plur. die -n, in der christlichen Kirche, die Woche vor Ostern, in welcher das Andenken der Marter, d. i. des Leidens und des Todes Christi gefeyert wird; die Charwoche.
 
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Martha, ein weiblicher Taufnahme, welcher schon bey den ältern Juden üblich war, und von 05de05e8, Lehrerinn, abstammen soll. Im Engl. wird er in Pat verderbt.
 
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Martin, ein männlicher Taufnahme unbekannten Ursprunges, welcher durch den heil. Martin, Bischof zu Tours, welcher 402 starb, in der christlichen Kirche sehr beliebt worden, dessen Fest, welches in der Römischen Kirche den 11. Nov. gefeyert wird, im gemeinen Leben nur Martini, nämlich Dies oder Festum, heißt. Im gemeinen Leben lautet Nahme Märten und im Latharingischen Mouatin.
 
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Der Martins-Abend, des -es, plur. die -e, der Abend vor dem Martins-Tage, an welchem man von alten Zeiten her allerley Lustbarkeiten anzustellen pflegt. S. das folgende.
 
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Die Martins-Gans, plur. die -Gänse. 1) Eine Zinsgans, welche in einigen Gegenden am Martins-Tage dem Grundherren zur Erkenntniß seines Grundeigenthumes gegeben werden muß. 2) Eine gebratene Gans, welche man am Martins-Abende, oder doch um die Zeit des Martins-Tages mit guten Freunden unter allerley Lustbarkeiten zu verzehren pflegt. Figürlich auch wohl der Martins-Schmaus, oder derjenige Schmaus, von welchem diese Gans ein Theil ist, die Martins-Gans genannt. So fern bey einigen Handwerkern um diese Zeit die Gesellen anfangen, bey Lichte zu arbeiten, wird sie bey ihnen auch die Lichtgans genannt. Die Gewohnheit, um diese Zeit gebratene Gänse mit allerley Feyerlichkeiten zu essen, ist sehr alt; vielleicht ist sie bloß in dem Umstande gegründet, weil sie um diese Zeit am besten sind, und die Mährchen, welche man von dem Verkehr des heil. Martini mit den Gänsen erzählet, sind vermuthlich erst zum Behufe dieser Gewohnheit erdacht worden.
 
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Das Martins-Horn, des -es, plur. die -Hörner, ein Buttergebackenes in Gestalt eines Hornes, welches man an einigen Orten um die Zeit des Martins-Tages zu backen pfleget.
 
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Das Martins-Korn, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen man an einigen Orten dem so genannten Mutterkorne zu geben pfleget, und welcher seinen Ursprung vermuthlich auch einem Mährchen von dem heil. Martin zu danken hat.