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Lattenspieker bis Laubband (Bd. 2, Sp. 1924 bis 1927)
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Artikelverweis Der Lattenspieker, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art viereckiger spitziger Nägel mit kleinen Köpfen, zu den Fußböden, vermuthlich so fern Latte ehedem auch ein Bret bedeutete. S. Adelung Spieker.
 
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Das Lattenwêrk, des -es, plur. die -e, ein aus Latten bestehendes Werk, dergleichen Gartenlauben, Weingeländer u. s. f. sind.
 
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Der Lattich, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, in einigen Gegenden, der Gartensallat, welcher nach dem Latein. Lactuca auch wohl Lactūk genannt wird; Lactucā L. Da der Sallat vorzüglich breite Blätter hat, so scheinet es, daß diese breite Beschaffenheit der Blätter zu seiner Benennung Anlaß gegeben, und daß das Wort Lattich mit latus, Blatt und platt Eines Geschlechtes sey. Die Sylbe -ich bedeutet wie in Wegerich, Wütherich u. a. m. ein Ding, ein Subject. Die Lateiner haben durch Einschiebung des Gaumenlautes ihr Lactuca aus eben dieser Quelle. Das Tussilago L.

[Bd. 2, Sp. 1925]


wird um seiner ungewöhnlich großen, breiten und einem Pferdehufe ähnlichen Blätter willen Hufflattich, und im Nieders. Loddik, Lödke, genannt. Im Ital. heißt der Gartensallat Lattuga, im Böhm. Locyka, im Engl. Lettice, im Franz. Laituë, und in einigen Nieders. Gegenden Lätsche.
 
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Der Lattnagel, S. Adelung Lattennagel.
 
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Die Latwếrge, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in den Apotheken, ein mit Honig, Syrup, Fleischbrühe u. s. f. in Gestalt eines dicken Breyes vermischtes Pulver, oder auch zu einem solchen dicken Breye eingekochter Saft. Im Franz. ehedem Laituaire, im Böhm. Letkwar, alle aus dem Latein. Electuarium, und dieß aus dem Griech. εκλειγματαριον, von εκλειχειν, auslecken. Schon die mittlern Griechen sagten für ελεκτουαριον, λατουαριον und λατουαριν, daher man sich über die Wegwerfung der ersten Sylbe in den spätern Sprachen um so viel weniger verwundern darf.
 
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Der Latz, des -es, plur. die Lätze, Diminut. das Lätzchen, Oberd. Lätzlein, eine Benennung theils eines Kleidungsstückes, theils eines gewissen breiten Theiles einer Sache. 1) In den gemeinen Sprecharten ist der Latz oder Brustlatz ein Kleidungsstück ohne Ärmel, welches nur bis auf die Hüften reichet, und dessen sich beyde Geschlechter bedienen. Bey dem männlichen wird es in den anständigern Sprecharten ein Brusttuch, bey beyden aber auch ein Leibchen genannt. 2) Bey dem andern Geschlechte ist der Latz ein oben breites und unten spitzig zulaufendes, oft zierlich gesticktes oder besetztes Bruststück, welches vorne über die Schnürbrust gesteckt wird. Gemeine Personen bedienen sich anstatt der Schnürbrust auch eines solchen ausgesteiften Latzes, welcher alsdann ein steifer Latz genannt wird. Auch die obere Klappe an den Schürzen, welche die Brust bedeckt, heißt ein Latz, so wie an den Beinkleidern der Männer die noch unter gemeinen Leuten übliche breite Klappe an dem vordern Theile, unter dem Nahmen des Latzes oder Hosenlatzes bekannt ist. Bey dem Pictorius heißt das Oberleder an einem Schuhe der Überlatz, und im Oberdeutschen wird eine Capuze, ein Reisehut mit Klappen, eine Latzmütze genannt. 3) Im Hüttenbaue ist am Planenherde der Latz ein drey Zoll breites Stück Zwillich, welches unter das Gefälle gesteckt wird, damit die Erze nicht mit dem Wasser davon gehen.
   Anm. So fern dieses Wort in den meisten Fällen ein Stück bedeutet, könnte man es mit dem alten lidon, schneiden, zu schlitzen, dem Oberdeutschen Blatz und Pletz, dem Lat. Lacinia, und andern dieses Geschlechtes rechnen; S. Lasche. Allein es scheinet vielmehr der Begriff der Bedeckung der herrschende zu seyn, da es denn mit Leder, Lied, ein Deckel, der Laden und Kleid verwandt ist. Mit dem Begriffe der Bedeckung ist der Begriff eines bedeckten oder hohlen Raumes sehr genau verwandt, daher schon im Salischen Gesetze Laisus den Schooß bedeutet. Im Böhmischen heißt ein Latz in der zweyten Bedeutung Lacok.
 
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Das Lätzchenshêmd, des -es, plur. die -en, eine Art Hemden des andern Geschlechtes, welche einen besonders zusammen gereiheten Oberleib haben; zum Unterschiede von den gemeinern Kittel- oder Leibhemden.
 
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Lau, -er, -este, adj. et adv. ein Wort, welches den ersten geringsten Grad der Wärme, besonders an flüssigen Körpern, ausdruckt. Laues Wasser. Das Wasser ist nicht heiß, sondern nur lau. In der Dichtkunst auch von der angenehmen gelinden Wärme der Luft.
   Laue Lüfte, Wohlgerüche
   Laden uns zum Tanz,
   Raml.
    Es wehen lauere Lüfte
   Dich, Kind der Sonne, gefälliger an,
   Utz. Ingleichen figürlich, für kaltsinnig, nicht den gehörigen Grad des Eifers habend. Eine laue Liebe. Sein Eifer läßt nach und wird schon ganz lau. Jemanden sehr lau empfangen, sehr gleichgültig, kaltsinnig. Siehe Laulich, Lauwarm und Lauigkeit.
   Anm. Im Nieders. lau, im Angels. hliw, im Isländ. hle, hlyr, im Schwed. ly, ljum, im Engl. lukewarm, im Dän. mit eingeschobenen n, lunken. Im Niederdeutschen auch mit andern Ableitungslauten, flau, flack, black, slak, laak, flöp, flep, welche alle mit lau Eines Stammes sind, aber auch figürlich unschmackhaft, geschmacklos, unkräftig bedeuten, S. Adelung Flau. Es scheinet, daß dieses Wort zu Lohe, Lauge, glühen u. s. f. gehöret, und warm und hell überhaupt bedeutet habe, bis es durch den Gebrauch auf den geringsten Grad der Wärme eingeschränket worden. Dahin gehöret auch das Schwed. len, thauwarm, so gelinde, daß das Eis aufthauet, das Nieders. lüen, lühen, aufthauen, Oberd. leinen, das Holländ. lauen, wärmen, und lauwen, warm werden und warm machen. Auch im Hochdeutschen sagt man noch im gemeinen Leben, das Wasser lauet noch ein wenig, ist noch ein wenig lau, oder lauwarm.
 
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Das Laub, des -es, plur. inus. die Blätter der Bäume und Sträuche. 1. Eigentlich, als ein Collectivum und ohne Plural, wo es im engern und gewöhnlichern Verstande nur von den breitern Blättern der zu dem so genannten Laubholze gehörigen Bäume und Sträuche gebraucht wird, zum Unterschiede von den Nadeln oder Tangeln des Schwarzholzes. Im Frühlinge wenn die Bäume wieder junges Laub bekommen. Das Laub fällt ab. Laub streifen, das Laub von den Bäumen streifen. Eichenlaub, Lindenlaub, Weinlaub u. s. f. 2. Figürlich. 1) Dem Laube der Bäume ähnliche Zierathen bey den Künstlern, wo zuweilen, z. B. bey den Schlössern, auch der Plural die Laube üblich ist. 2) In der Deutschen Karte wird die grüne Farbe, weil sie das Blatt eines Baumes vorstellet, Laub genannt. Daher der Laubkönig, der Laubober, das Laubdaus u. s. f. 3) Diejenige Zeit, in welcher die Bäume frisches Laub bekommen; in welchem Verstande es im Forstwesen, von dem Laubholze gebraucht, so viel als ein Jahr bedeutet. Der Schlag stehet schon im dritten, vierten u. s. f. Laube. Von dem Schwarzholze hingegen sagt man, der Schlag stehe in der zweyten, dritten u. s. f. Krone, Querl oder Gipfel. 4) In einigen Gegenden, vermuthlich Oberdeutschlandes, bedeutet es auch denjenigen Antheil, welchen ein Gut an dem Genuß eines Waldes hat. Ein vollständiges Bauerngut hat daselbst das ganze Laub, ein Gütchen nur ein halbes Laub. Frisch, der diese Bedeutung aus dem Besold hat, setzet hinzu, daß das ganze Laub bisweilen fünf oder sechs Klafter (vermuthlich geschlagenes Holz,) ausmache. Vermuthlich ist dieser Gebrauch noch ein Überbleibsel der alten Bedeutung des Wortes Laub, da es auch ein Wald, oder einen Theil desselben bedeutete; in welchem Verstande Lo bey den Schwäbischen Dichtern, Lob für Bäume im Schwabenspiegel, und Lew, Löf, im alten Schwed. vorkommen. Anm. In dem heutigen Verstande als ein Collectivum schon bey dem Ottfried und Notker Loub, bey dem Ulphilas Lauf, im Angels. Leaf, Laef, im Nieders. Loof, im Engl. Leaf, im Dän. Lov, und im Schwed. Löf; entweder, wie Wachter glaubt, von der Bedeckung, weil das Laub die Bedeckung, Bekleidung der Bäume ausmacht, S. Adelung Laube; oder auch von der beweglichen Beschaffenheit der Blätter, da denn dieses Wort zu Laff, Lappen und laufen gehören würde; oder endlich auch, wegen ihrer breiten dünnen Beschaffenheit, um welcher willen auch die flache Hand im Wallis. Llaw, und im Friesischen Lofa

[Bd. 2, Sp. 1927]


genannt wird. Ehedem wurde Laub auch häufig von einzelnen Blättern gebraucht, und da findet man im Plural so wohl Laube, als Läuber. Jenes kommt in dem alten Gedichte auf den heil. Anno vor, dieses bey Heinrichen von Veldig:
   Es habent die kalten nehte getan
   Das die Loiber an der linden
   Winterliche val gestan; für die Blätter. Daher kommt es vermuthlich auch, daß man noch im gemeinen Leben sagt, er zittert wie ein Äspenlaub, S. dieses Wort, ingleichen Lauberhütte. Im Lettischen bedeutet Lapas noch jetzt ein Blatt.
 
Artikelverweis Der
Laubapfel, S. Adelung Gallapfel.
 
Artikelverweis 
Das Laubband, des -es, plur. die -bänder, bey den Schlössern, ein Thürband, in welchem das Blech nach allerley dem Laube ähnlichen Zügen ausgeschnitten ist.