Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lästerlich bis Lastsand (Bd. 2, Sp. 1921 bis 1922)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Lästerlich, -er, -ste, adj. et adv. 1. Von dem Hauptworte Laster. 1) * Strafbar, wider das Gesetz streitend oder handelnd; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher lastarlihh schon bey dem Kero vorkommt.
   Ee ich ir lege lasterlichen bi
   Ee lies ich mich schern vnd villen,
   Reinmar der Alte; ehe ich ihr auf eine unerlaubte Art beywohnen wollte. 2) Schändlich; eine noch im gemeinen Leben übliche Bedeutung. Er hat mich lästerlich betrogen. 2. Von dem Zeitworte lästern, in einer Lästerung gegründet, derselben ähnlich oder gleich. Lästerlich wider die Obrigkeit reden. Lästerliche Reden.
 
Artikelverweis Das
Lästermaul, des -es, plur. die -mäuler, eine lästernde Person, in der letzten Bedeutung des Zeitwortes. Sprichw. 4, 24.
 
Artikelverweis 
Lästern, verb. reg. act. von dem Hauptworte Laster, in dessen sämmtlichen Bedeutungen es ehedem üblich war. 1) * Verstümmeln, zerfetzen, verunstalten, dilacerare; in welcher Bedeutung im gemeinen Leben noch zerlästern üblich ist, S. dasselbe. 2) * Schänden; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, von welcher Frisch einige Beyspiele anführet. Die Frauen lästern, sagte man ehedem in eben der Bedeutung, in welcher wir jetzt das Zeitwort schänden gebrauchen. 3) Aus Vorsatz schändliche oder grobe Unvollkommenheiten wider die Wahrheit von jemanden sagen, jemandes Ehre auf eine grobe Art durch Worte schänden. Die Obrigkeit lästern. Jemanden lästern. Gott lästern. Daher die Lästerung, plur. die -en, so wohl die Handlung, als auch die Lästerrede selbst. Lästerungen wider jemanden ausstoßen. Anm. In der letzten Bedeutung schon im Isidor lastron, im Ottfried gilastoron, im Notker lasteren, im Dän. laste.
 
Artikelverweis 
Die Lästerrede, plur. die -n, eine Rede, worin man aus Vorsatz jemandes Ehre durch Worte schändet, ihm grobe, schändliche Unvollkommenheiten beymisset; Lästerworte. Eine solche Schrift wird eine Lästerschrift oder Pasquill genannt.
 
Artikelverweis 
Der Lasterstein, des -es, plur. die -e, an einigen Orten, ein Stein, auf welchem oder mit welchem gewisse Verbrecher zu ihrer Schande öffentlich zur Schau ausgestellet werden, von Laster, so fern es ehedem Schande bedeutete; der Schandstein.
 
Artikelverweis 
Die Lasterthat, plur. die -en, eine lasterhafte That.
 
Artikelverweis 
Die Lästerung, S. Adelung Lästern.
 
Artikelverweis 
Lästig, -er, -ste, adj. et adv. ein Wort, welches nur in der figürlichen Bedeutung des Wortes Last üblich ist, sehr beschwerlich, von Dingen, welche man mit einem merklichen Grade des Widerwillens thut oder leidet. Ein lästiger Besuch. Einer frechen Person ist ihre Tugend sehr lästig. Glücksgüter sichern uns gegen die Armuth und eine gar zu lästige Abhängigkeit, Sulz. Nieders. lastig, Lat. molestus, im gemeinen Leben auch überlästig.
 
Artikelverweis 
Die Lästigkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es lästig ist.

[Bd. 2, Sp. 1922]



 
Artikelverweis 
Das Lástpfrd, des -es, plur. die -e, ein Pferd, welches zum Tragen der Lasten gebraucht wird, im Oberd. ein Saumroß; zum Unterschiede von einem Zugpferde und Reitpferde.
 
Artikelverweis 
Der Lastsand, des -es, plur. car. der Ballast eines Schiffes, so fern er aus Sande bestehet.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: