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Lasterhaftigkeit bis Lästigkeit (Bd. 2, Sp. 1921)
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Artikelverweis Die Lasterhaftigkeit, plur. inus. die Fertigkeit zu Lastern, so fern dieses Wort ehedem eine mit Schande verbundene Übertretung des Gesetzes bedeutete. Da aber jetzt Laster von dieser Fertigkeit gebraucht wird, so kommt jenes nunmehr seltener vor.
 
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Das Lasterlêben, des -s, plur. inus. ein lasterhaftes Leben; am häufigsten bey den Dichtern der vorigen Zeiten.
 
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Lästerlich, -er, -ste, adj. et adv. 1. Von dem Hauptworte Laster. 1) * Strafbar, wider das Gesetz streitend oder handelnd; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher lastarlihh schon bey dem Kero vorkommt.
   Ee ich ir lege lasterlichen bi
   Ee lies ich mich schern vnd villen,
   Reinmar der Alte; ehe ich ihr auf eine unerlaubte Art beywohnen wollte. 2) Schändlich; eine noch im gemeinen Leben übliche Bedeutung. Er hat mich lästerlich betrogen. 2. Von dem Zeitworte lästern, in einer Lästerung gegründet, derselben ähnlich oder gleich. Lästerlich wider die Obrigkeit reden. Lästerliche Reden.
 
Artikelverweis Das
Lästermaul, des -es, plur. die -mäuler, eine lästernde Person, in der letzten Bedeutung des Zeitwortes. Sprichw. 4, 24.
 
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Lästern, verb. reg. act. von dem Hauptworte Laster, in dessen sämmtlichen Bedeutungen es ehedem üblich war. 1) * Verstümmeln, zerfetzen, verunstalten, dilacerare; in welcher Bedeutung im gemeinen Leben noch zerlästern üblich ist, S. dasselbe. 2) * Schänden; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, von welcher Frisch einige Beyspiele anführet. Die Frauen lästern, sagte man ehedem in eben der Bedeutung, in welcher wir jetzt das Zeitwort schänden gebrauchen. 3) Aus Vorsatz schändliche oder grobe Unvollkommenheiten wider die Wahrheit von jemanden sagen, jemandes Ehre auf eine grobe Art durch Worte schänden. Die Obrigkeit lästern. Jemanden lästern. Gott lästern. Daher die Lästerung, plur. die -en, so wohl die Handlung, als auch die Lästerrede selbst. Lästerungen wider jemanden ausstoßen. Anm. In der letzten Bedeutung schon im Isidor lastron, im Ottfried gilastoron, im Notker lasteren, im Dän. laste.
 
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Die Lästerrede, plur. die -n, eine Rede, worin man aus Vorsatz jemandes Ehre durch Worte schändet, ihm grobe, schändliche Unvollkommenheiten beymisset; Lästerworte. Eine solche Schrift wird eine Lästerschrift oder Pasquill genannt.
 
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Der Lasterstein, des -es, plur. die -e, an einigen Orten, ein Stein, auf welchem oder mit welchem gewisse Verbrecher zu ihrer Schande öffentlich zur Schau ausgestellet werden, von Laster, so fern es ehedem Schande bedeutete; der Schandstein.
 
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Die Lasterthat, plur. die -en, eine lasterhafte That.
 
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Die Lästerung, S. Adelung Lästern.
 
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Lästig, -er, -ste, adj. et adv. ein Wort, welches nur in der figürlichen Bedeutung des Wortes Last üblich ist, sehr beschwerlich, von Dingen, welche man mit einem merklichen Grade des Widerwillens thut oder leidet. Ein lästiger Besuch. Einer frechen Person ist ihre Tugend sehr lästig. Glücksgüter sichern uns gegen die Armuth und eine gar zu lästige Abhängigkeit, Sulz. Nieders. lastig, Lat. molestus, im gemeinen Leben auch überlästig.
 
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Die Lästigkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es lästig ist.

[Bd. 2, Sp. 1922]


 

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