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Lappjagen bis Lärmen (Bd. 2, Sp. 1908 bis 1909)
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Artikelverweis Das Lappjagen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Jagen, d. i. eine Jagd, wo der Jagdbezirk nur mit Lappen umstellet worden.
 
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Das Lappreis, des -es, plur. die -er, bey den Jägern, kleine dünne mit Haken versehene Stangen, mit welchen die Federlappen aufgestellet werden.
 
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Die Lappstatt, plur. die -stätte, eben daselbst, ein mit Lappen umstellter und zu einem Lappjagen bestimmter Bezirk.
 
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1. Die Lärche, ein Sangvogel, S. Adelung Lerche.
 
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2. Die Lärche, plur. die -n, oder der Lärchenbaum, des -es, plur. die -bäume, eine Art Fichten, mit vielen unzählbaren Nadeln, welche wie ein Quast aus Einem Puncte und aus Einer Scheide wachsen; Pinus Larix L. Leerbaum, Lärbaum, Leertanne, Schönholz, Rothbaum, in Schlesien Löhrbaum, Franz. Larege oder Meleze, Engl. Larch-tree, im mittlern. Lat. Laresus, Griech. λαριξ, im Ital. Larice. Er wächset auf den hohen Felsgebirgen, hat ein röthliches, geflammtes, sehr festes Holz, welches aus vielem feuerbeständigen Salze und erdigen Theilen bestehet, und daher schwer zum Brennen zu bringen ist. Da der Nahme dieses Baumes mit der Lerche nichts gemein hat, so schreibt man ihn, um der Verwandtschaft mit den oben angeführten ältern Nahmen fremder Völker willen billig mit einem ä.
 
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Das Lrchenhārz, des -es, plur. inus. das Harz des Lärchenbaumes, welches im Lande Wallis Lärtschine genannt wird.
 
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Der Lärchenschwamm, des -es, plur. die -schwämme, ein schwarzer oder weißer Schwamm, welcher an den alten Lärchenbäumen wächset.
 
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Der Lärchenzapfen, des -s, plur. ut nom. sing. die Samenzapfen an den Lärchenbäumen.
 
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Das Lārifāri, subst. indecl. im gemeinen Leben, ein unbedeutendes Geschwätz, welches zur Sache nichts beyträgt. Die letzte Hälfte ist wohl das Lat. fari, die erste scheinet mit dem veralteten lören und dem folgenden Lärm verwandt zu seyn.
 
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Der Lärm, des -es, oder der Lärmen, des -s, plur. inus. 1) Überhaupt, ein jeder lauter, beschwerlicher Schall; ingleichen ein aus mehrern solchen Arten des Schalles zusammen gesetztes Getöse. Wenn die Kinder spielen, so machen sie oft einen großen Lärm. In den Trinkgesellschaften ist immer vieler Lärm. Der Wind macht einen entsetzlichen Lärm. Vor dem Lärm der Kutschen auf der Gasse nicht zu sich selbst kommen können. Ingleichen heftiger Zank, Streit. Das wird einen Lärm geben. 2) In engerer Bedeutung, ein mit einem verworrenen Geschreye verbundener Auf- oder Zusammenlauf mehrerer. Wenn ein Feuer auskommt, so wird auf den Gassen Lärm. S. Adelung Feuerlärm. Lärm machen, einen solchen Auflauf durch sein Geschrey veranlassen. Lärm schlagen oder blasen, bey einer dringenden Gefahr die Soldaten, oder Einwohner vermittelst der Trommel oder Trompete eilfertig zusammen berufen. Ein blinder Lärm, der bey einer vorgegebenen aber nicht vorhandenen Gefahr entstehet.
   Anm. Im Nieders. und Dän. Larm. Gemeiniglich leitet man es von dem Ital. Rufe al Arme her, wovon auch das Franz. Alarme, Lärm, in der zweyten Bedeutung, abstammen soll.

[Bd. 2, Sp. 1909]


Allein diese Ableitung scheinet mehr witzig als gründlich zu seyn. Es ist allem Ansehen nach eine Nachahmung des widerlichen lauten Schalles, wohin auch das im Hochdeutschen veraltete lören, ein trauriges eintöniges Geschrey machen, unser plerren, und gewisser Maßen auch lehren gehören, S. die beyden letztern; daher man es auch eben so richtig Lerm als Lärm schreibet. Übrigens nennet man einen Lärm in der ersten Bedeutung im Nieders. auch Spalk und Unstür, in Meißen aber Debs, Tebs, (S. Toben,) und lärmen im Nieders. rallen, spalken, döhlen, domineren, in Meißen aber tebsen. In einigen Gegenden ist es auch ungewissen Geschlechtes, das Lärm.
 
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Lärmen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, einen Lärm machen, verursachen, in der ersten Bedeutung des Hauptwortes. Wer lärmet so? Ingleichen zanken, schelten, schreyen. Daher der Lärmer, der da lärmet, doch nur im Scherze.
   Ist vor euch, Lärmer, denn kein Richter?
   Haged.

 

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