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Langschläfer bis Langweilig (Bd. 2, Sp. 1904)
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Artikelverweis Der Langschläfer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Langschläferinn, eine Person, welche des Morgens länger schläft, als gewöhnlich ist.
 
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Der Langschnabel, des -s, plur. die -schnäbel, in einigen Gegenden, eine allgemeine Benennung der Schnepfen, wegen ihres lang hervor stehenden cylindrischen Schnabels.
 
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Der Langschub, des -es, plur. die -schübe. 1) Derjenige Kegelschub, oder diejenige Art des Kegelspieles, da man aus einem einzigen bestimmten Abstande in begränzter Breite nach den Kegeln schiebt. 2) Der dazu zugerichtete lange schmale Platz; die Kegelbahn. Beyde im Gegensatze des Kurzschubes.
 
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Der Langschwanz, des -es, plur. die -schwänze, eine Art Meisen, deren Schwänze länger als gewöhnlich sind, wohin die Zahlmeise oder der Pfannenstieglitz, Parus caudatus Klein. und der spitzbärtige Langschwanz aus Ostindien, Parus barba nigra, gehören.
 
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Längs, ein Nebenwort des Ortes, welches die dritte Endung des Hauptwortes erfordert, und im gemeinen Leben am üblichsten ist, in die Länge an etwas hin. Das Kraut wächst längs den Wegen, an den Wegen. Längs der Mauer hingehen, ihrer ganzen Länge nach, oder nur an der Mauer. Längs dem Lande hinschiffen, an dem Lande. Im Oberdeutschen ist auch die zweyte Endung üblich. Längst (besser längs) des Landes. So wie im Niedersächsischen, wo es langs und entlangs lautet, die vierte. Längs den Weg. Den Weg entlangs. Schwed. långs.
 
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Langsichtig, -er, -ste, et adv. ein Wort, welches man von solchen Personen gebraucht, bey welchen die durchsichtige Hornhaut oder die krystallene Linse im Auge gar zu flach, und zu nahe gegen das netzförmige Häutchen der Augen gerichtet ist, daher sie zwar in der Ferne, nicht aber in der Nähe deutlich sehen können; im Gegensatze des kurzsichtig. Langsichtig seyn. Ein Langsichtiger, Praesbyta.
 
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Längst, adv. der Zeit, vor sehr langer Zeit, als die dritte Staffel von lange. Das habe ich längst gewußt. S. Adelung Lange und Urlängst.
 
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Längstens, ein Nebenwort der Zeit, für auf das längste, in der vertraulichen Sprechart. Ich komme längstens in acht Tagen wieder. Ein Mißbrauch ist es, wenn dieses Nebenwort für das vorige längst gebraucht wird. Das habe ich längstens gewußt.
 
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Das Langstroh, des -es, plur. car. in der Landwirthschaft, Stroh, welches aus langen geraden Halmen bestehet, und auch Schüttenstroh genannt wird; zum Unterschiede von dem Krummstrohe.
 
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Der Langwagen, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, das lange Holz an einem Rüst- und Bauerwagen, welches durch das vordere und hintere Gestell gehet, und beyde mit einander verbindet; an einigen Orten die Langwelle, im Nieders. die lange Wage. Man kann vermittelst desselben den Wagen lang oder kurz machen. Weil der Hinterwagen daran befestiget ist, so pfleget man zuweilen auch den ganzen Hinterwagen mit dem Nahmen des Langwagens zu belegen. S. Adelung Langwiede.
 
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Langweilig, -er, -ste, adj. et adv. von dem Ausdrucke lange Weile. 1) Auf eine unangenehme, verdrießliche Art lange während; zum Unterschiede von langwierig. Ein langweiliger Prozeß. 2) Lange Weile verursachend, wobey uns die Zeit lang wird, wobey man die Dauer der Zeit mit Unlust empfindet. Ein langweiliges Geschwätz. Ein langweiliger Mensch, welcher lange Weile verursacht. Wie oft erweckt

[Bd. 2, Sp. 1905]


man uns in den ersten Jahren durch trockne und langweilige Erklärungen der Glaubenslehre einen Ekel an der Religion! Gell. S. Adelung Lange Weile in Lang II. 3. 4).