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Langbeil bis Lángfísch (Bd. 2, Sp. 1900 bis 1903)
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Artikelverweis Das Langbeil, des -es, plur. die -e, bey den Stellmachern oder Wagnern, ein langes vorn spitzig zulaufendes Beil, Sachen, welche gerade auslaufen, damit zu behauen.
 
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Der Langbein, des -es, plur. die -e, Langbeinig, siehe Lang Anm.
 
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Lange, länger, längste, adv. welches nur von einer Zeit gebraucht wird, und nur alsdann stehet, wenn kein Hauptwort der Zeit da ist, für lange Zeit.
   1. Eigentlich, wo es so wohl von einer gegenwärtigen, als vergangenen und künftigen Zeit gebraucht wird. Nicht lange hernach. Es ist schon lange her, daß ich ihn gesehen habe, schon lange Zeit her. Das währt lange, das dauert noch länger. Lange schreiben, viele Zeit damit zubringen. Er hat mir lange nicht geschrieben, seit langer Zeit. Lange an etwas arbeiten. Das wird mir zu lange. Du machst mir es zu lange. Bist du schon lange hier? Er kommt noch lange nicht. Er wird nicht lange mehr ausbleiben. Er hat mir versprochen, lange (in langer Zeit) nicht wieder von der Liebe zu reden, Gell. Sie ist ihm schon lange gewogen, seit langer Zeit. So lange die Vorsehung, oder als die Vorsehung, mein Leben erhalten will. So lange ich lebe, so lange als ich lebe. Ich werde so lange hier bleiben, bis du wieder kommst. So lange als ich kann. So lange und nicht länger. Je länger, je lieber. Je länger hier, je später dort. Aufs längste in drey Tagen, d. i. wenn es sehr lange währet. Es hat am längsten gewähret, die längste Zeit der Dauer ist schon vorbey. Das weiß ich lange, seit langer Zeit. Das hat er lange gewußt.
   2. Figürlich. 1) Eine Art von Intension zu bezeichnen, welche aus der vorigen Bedeutung unmittelbar fließt. Was fragen sie lange? Man muß nicht erst lange fragen. Was zauderst du lange? Ich werde dich nicht lange bitten. 2) In Vergleichung, und mit der Verneinung, für bey weiten. Er ist lange nicht so gelehrt als Leibnitz. Er ist noch lange kein Neuton. Sie sieht lange nicht so schön aus, als es die Leute

[Bd. 2, Sp. 1901]


machen, Gell. 3) Eine Art von Versicherung; doch nur im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart. Wenn ihnen der Wein in den Kopf kommt, so geben sie mir lange eine Verschreibung von hundert Thalern, Gell. Ihr gebt mir eure Tochter lange noch, Weiße. Ich muß das Weib lange noch einsperren, ebend. Du wirst dich aber doch lange einmahl in Damenkleider werfen müssen, ebend. 4) Für hinlänglich; auch nur im gemeinen Leben, und vielleicht nur allein mit dem Nebenworte gut. Es ist lange gut für mich, es ist für mich gut genug. 5) Für gleich, auch; auch nur in der vertraulichen Sprechart. Wenn ich lange hingehe, so finde ich es doch nicht. Wenn du ihm lange gute Worte gibst, so thut er es doch nicht.
   Anm. In der ersten eigentlichen Bedeutung, im Isidor langhe, bey dem Kero und Ottfried lango, im Schwed. länge, im Isländ. leingi, im Engl. long time. S. Adelung Lang II. 3. 4).
 
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1. Die Länge, plur. die -n, das Abstractum von dem Bey- und Nebenworte lang, welches am häufigsten absolute gebraucht wird, die größte Ausdehnung eines Dinges zu bezeichnen. 1) Eigentlich, von der körperlichen Ausdehnung; zum Unterschiede von der Breite und Dicke. Der Garten hält hundert Ellen in die Länge. Ein Stück Holz in die Länge, oder nach der Länge spalten. Die Länge eines Dinges messen. Das Leder in die Länge, oder nach der Länge ziehen. Nach aller Länge da liegen, nach der Länge niederfallen; im gemeinen Leben, der Länge lang, S. Adelung Lang I. 1. Niemand kann seiner Länge eine Elle zusetzen. Die rechte Länge haben, nehmlich des Leibes. In der Geographie und Seefahrt ist die Länge oder Himmelslänge, im Gegensatze der Breite, die Entfernung von dem ersten Meridian nach Morgen zu. Siehe Breite. In der Astronomie ist die Länge eines Sternes dessen Entfernung von dem Anfange des Widders. Als ein Abstractum hat dieses Wort eigentlich keinen Plural, außer wenn man diese Art der Ausdehnung in mehrern Körpern oder in mehrern einzelnen Fällen nimmt. 2) Die Zeitdauer, so wohl überhaupt, als auch eine lange Zeitdauer; ohne Plural. Die Länge der Zeit. Die Gelassenheit ermüdet oft unter der Länge der Zeit, Gell. In die Länge wird man der Sache überdrüssig, wenn sie lange, oder zu lange währet. Etwas in die Länge spielen, es langwierig machen. Die Sache zieht sich in die Länge. Das thut in die Länge nicht gut. Eine liebe lange Länge, im gemeinen Leben, eine sehr lange Zeit.
   Bey dem Notker Lengi. Im Nieders. Länge und Längte, im Dän. Längde, im Engl. Length. Im Nieders. ist die Länge auch ein langes Seil, dessen Enden an einander befestiget sind, und welches um große Packe und Ballen geschlagen wird, sie desto bequemer in die Höhe zu winden.
 
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2. Die Länge, plur. die -n, eine Art Fische aus dem Dorschgeschlechte mit zwey Rückenfinnen und Bartfäden, dessen oberer Kinnbacken länger ist, als der untere; Gadus Molua L. Langfisch, Nieders. Länge, Zartlänge, Dän. Lange, Franz. Langhe. Ohne Zweifel wegen seiner ansehnlichen Länge im Verhältnisse mit seiner Dicke.
 
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Das Längeholz, des -es, plur. die -hölzer, bey den Bäckern, ein rundes Holz, den Teig damit zu längen, d. i. in die Länge auszudehnen.
 
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Langen, verb. reg. welches von dem Nebenworte lang abstammet, und in doppelter Gestalt üblich ist.
   I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben.
   1. Länger werden; doch nur noch in einigen Fällen des gemeinen Lebens.
   Wenn der Tag beginnt zu langen,
   Kommt die Kälte erst gegangen.

[Bd. 2, Sp. 1902]


Im Oberdeutschen auch für lang werden, d. i. lange däuchten, von der Zeit. Die kurzen Stunden mir sehr langen.
   2. Sich mit der Länge bis zu etwas erstrecken. 1) Eigentlich, so wohl von der körperlichen Ausdehnung, als auch von der Zeit, für reichen; am häufigsten nur im gemeinen Leben. Der Rock langt bis auf die Fersen. Die Vorhänge langen bis auf die Erde. Das Gebirge langt bis an das Meer. Der Berg Sina langet bis gen Jerusalem, Gal. 4, 25. Deine Gewalt langet bis an der Welt Ende, Dan. 4, 19. 2) Dem Werthe, der Materie, der Güte nach. Hundert Thaler langen nicht weit. Das Geld langet nicht so weit, ist dazu nicht hinlänglich. Der Zeug langet gerade noch zu Einem Kleide. Bis dahin langet (erstrecket sich) meine Höflichkeit nicht, Less. Die Zeit meiner Wallfahrt langet nicht an die Zeit meiner Väter in ihrer Wallfahrt, 1 Mos. 47, 9; d. i. kommt ihr der Dauer nach nicht gleich. Nach einer noch weitern Figur auch für auskommen. Ich kann damit nicht langen. In beyden Bedeutungen ist in der anständigern Sprechart dafür nun reichen üblicher.
   3. In engerer Bedeutung, mit ausgestreckter Hand an etwas reichen. 1) Eigentlich, wo in der anständigern Sprechart gleichfalls reichen üblicher ist. Ich kann nicht so weit langen. Ich kann schon bis dahin langen. Ingleichen die ausgestreckte Hand an einen Ort hin bewegen. In die Schüssel langen. Nach etwas langen. Auf den Tisch langen. 2) * Figürlich, mit dem Gemüthe, mit Unruhe begehren; wofür doch jetzt verlangen üblicher ist. Das einfache langen kommt indeß in dieser Bedeutung noch bey dem Notker vor, und im Schwed. heißt es auch noch länga. S. Adelung Verlangen.
   II. Als ein Activum, in dem ersten Falle der letzten dritten Bedeutung, mit ausgestreckter Hand darreichen; gleichfalls nur im gemeinen Leben, für reichen, geben. Lange mir den Hut. So auch in den Zusammensetzungen ablangen, auflangen, herlangen, hinlangen, zulangen. Auch figürlich, doch auch nur im gemeinen Leben, hingehen und holen, oder bringen. Ich will immer gehen und die Forrellen aus dem Fischhälter langen, Gell.
   Das Hauptwort die Langung ist nur in den Zusammensetzungen üblich.
 
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Längen, verb. reg. welches das Activum des vorigen Neutrius wenigstens in einigen Bedeutungen ist. 1. Lang machen, in die Länge ausdehnen, erstrecken; wo es doch nur noch in einigen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist. 1) Bey den Bäckern wird der Teig gelänget, wenn er mit dem Längeholze gewalzet und dadurch in die Länge ausgedehnet wird. Auch die Metallarbeiter längen ein Metall, wenn sie es vermittelst des Hammers in die Länge ausdehnen. 2) In der Seefahrt wird gespanntes Tauwerk gelänget, wenn es der Länge nach nachgelassen, lockrer gemacht wird. 3) Im Bergbaue wird eine Grube oder ein Ort gelänget, wenn sie in die Länge getrieben oder fortgesetzet werden. S. Adelung Längort. 4) Eine Brühe längen, in den Küchen einiger Gegenden, sie länger, d. i. dünner machen. 2. In der Landwirthschaft Thüringens heißt einen Acker längen, ihn der Länge nach theilen, im Gegensatze des Strümpfens, der Theilung in die Quere. Wo keine Gränzesteine vorhanden sind, müssen die Anstößer in streitigen Fällen mit einander längen, d. i. das streitige Stück Ackers der Länge nach mit einander theilen.
   So auch die Längung. In der anständigern Sprechart ist in den vier ersten Fällen dafür verlängern üblich.
 
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Das Lngenmāß, des -es, plur. die -e, ein körperliches Maß, die Längen der Dinge darnach zu messen, dessen Größe

[Bd. 2, Sp. 1903]


eine gerade Linie ist; zum Unterschiede von dem Flächenmaße und Körpermaße.
 
Artikelverweis 
Die Langeweile, S. Adelung Lange Weile in Lang II. 3. 4).
 
Artikelverweis 
Der Lángfísch, des -es, plur. die -e, S. 2. Länge.

 

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