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Lándvōgt bis Landzeug (Bd. 2, Sp. 1897)
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Artikelverweis Der Lándvōgt, des -es, plur. die -vögte. 1) In einigen Gegenden, der Vorgesetzte eines Landes oder einer Provinz, welcher ehedem Landpfleger, Waldboth, Waldgraf, von Wald, Gewalt, hieß, jetzt aber Statthalter, Landeshauptmann u. s. f. genannt wird, und dessen Gewalt und Gerechtsamen nicht in allen Ländern, wo man Landvögte hat, gleich sind. 2) Der oberste Vorgesetzte einer Landschaft, d. i. eines Gewissen Bezirkes eines Landes, dergleichen Landvögte, welche so wohl die Gerechtigkeit handhaben, als auch die obrigkeitlichen Gefälle einnehmen, es so wohl in Ober- als Nieder-Deutschland gibt.
 
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Die Landvogtēy, plur. die -en, die Würde eines Landvogtes, noch mehr aber der seiner Aufsicht anvertrauete Bezirk, in beyden Bedeutungen dieses Wortes.
 
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Das Landvolk, des -es, plur. inus. das Volk auf dem Lande, geringe Einwohner auf dem Lande; zum Unterschiede von dem Stadtvolke.
 
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Landwärts, adv. nach dem festen oder trocknen Lande zu.
 
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Die Landwehre, plur. die -n, Wälle, Gräben, Verhaue oder andere zur Vertheidigung der Gränzen eines Landes oder einer Landschaft gemachte Anstalten; in einigen Gegenden der Landfriede, die Heimschaar, im Oberdeutschen die Letze, in Dithmarsen die Hamme.
 
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Der Landwein, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, im Lande selbst gebaueter Wein; zum Unterschiede von dem ausländischen.
 
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Der Landwind, des -es, plur. die -e, in der Schifffahrt, derjenige Wind, welcher bey Tage von der See nach den Küsten zu wehet, oft auch, der von dem festen Lande her wehet; beydes zum Unterschiede von dem Seewinde.
 
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Der Landwirth, des -es, plur. die -e, Fämin. die Landwirthinn. 1) Ein Gast- oder Schenkwirth auf dem Lande oder Dorfe; zum Unterschiede von einem Stadtwirthe. 2) Ein jeder Hauswirth auf dem Lande.
 
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Die Landwirthschaft, plur. inus. besonders in der letzten Bedeutung des vorigen Wortes, die Beschäftigung oder Lebensart, da man durch den Feld- oder Landbau Unterhalt und zeitliches Vermögen zu erwerben sucht. Ingleichen die Wissenschaft, durch Nutzung eines Feld- oder Landgutes zeitliches Vermögen zu erwerben; die Land-Ökonomie, welche mit der Landes-Ökonomie nicht verwechselt werden muß.
 
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Die Landwolle, plur. inus. einheimische, im Lande selbst erzeugte Wolle, zum Unterschiede von der ausländischen.
 
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Der Landzeug, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, einheimische, im Lande verfertigte

[Bd. 2, Sp. 1898]


Zeuge, dergleichen Rasch, Boy, Frieß u. s. f. in machen Ländern sind.

 

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