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Landsteuer bis Landtrauer (Bd. 2, Sp. 1896 bis 1897)
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Artikelverweis Die Landsteuer, plur. die -n, eine Steuer, welche von den Ländereyen eines Landes gegeben wird; zum Unterschiede von der Kopfsteuer, Vermögensteuer u. s. f. Zuweilen auch eine Steuer, welche auf dem Lande, von den Landleuten gegeben wird; zum Unterschiede von der Städtesteuer.
 
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Die Landstraße, plur. die -n, eine Straße, d. i. großer breiter Weg, welcher durch ein ganzes Land, oder auch aus einem Lande in das andere gehet, und gemeiniglich auf Kosten des Landes unterhalten, und auch die Heerstraße genannt wird, nicht so wohl von Heer, Kriegsheer, als von Heer, eine jede Menge Menschen. In einigen Gegenden auch die Geleitsstraße, weil sie immer sicheres Geleit hat, ehedem der Königsweg, weil er unter dem besondern Schutze der Deutschen Könige und Kaiser stand, im Schwabenspiegel Kap. 214 des Kungez strauzz, wo aber auch schon Lantstrauzz vorkommt, im Nieders. Hellweg, welches vielleicht aus Heerweg verderbt ist.
 
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Der Landstreicher, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Landstreicherinn, eine Person, welche ohne bestimmte rechtmäßige Absicht im Lande herum streicht, im harten und verächtlichen Verstande; ein Irrläufer, im Oberd. Landfahrer, Landstörzer, Landstreiner, Landströmer, Landstürer, Landschweifer, Strickling, von streichen, Strolchengesindel, Freyart, im Westphäl. Schojer.
 
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Die Landstube, plur. die -n. 1) Diejenige Stube, oder dasjenige Zimmer, worin sich die Landstände versammeln. 2) Dasjenige Zimmer, in welchem ein Land- oder Provinzial-Gericht gehalten wird, und dieses Gericht selbst. 3) Dasjenige Zimmer, worin sich ein für die Güter oder Districte auf dem Lande verordnetes Collegium versammelt, und dieses Collegium selbst. So ist die Landstube in Leipzig das Collegium der zu des Rathes Land- und Rittergütern verordneten Deputirten.
 
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Die Lándsuchung, plur. die -en, die obrigkeitliche Aufsuchung verdächtiger Personen in einem ganzen Lande.
 
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Das Lánd-Sýndicus, des -ci, plur. die -ci, der Syndicus eines ganzen Landes, oder der Landstände; in einigen Oberdeutschen Gegenden Landschreiber.
 
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Der Lándtōbak, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, einheimischer Tobak, welcher im Lande selbst erbauet und zubereitet wird.
 
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Die Landtafel, plur. die -n. 1) Eine jetzt größten Theils veraltete Benennung einer Landkarte. 2) Das Archiv eines Landes, der Landstände, oder auch nur eines Landgerichtes, und das zu dessen Aufsicht verordnete Collegium; doch nur in einigen Ländern. So ist in Böhmen die Landtafel die Kanzelley des größern Landgerichtes, wo die Landtagsschlüsse und alle öffentliche Handlungen niedergeschrieben und aufbehalten werden. In dem Fürstenthume Troppau befindet sich außer dem Landrechte und der Landeshauptmannschaft noch eine fürstliche Landtafel. Die kaiserlich königliche Nieder-Österreichische Landtafel zu Wien ist mit einem Registrator, einem Vice-Registrator und andern Beamten besetzt. 3) Eine Landes-Matrikel, d. i. ein öffentliches, obrigkeitliches Verzeichniß, worin die Rittergüter eines Landes nach ihren Besitzern, Erben, Schulden u. s. f. verzeichnet werden; auch nur in einigen Gegenden, besonders in Böhmen, wo sie auch das Landhandelsbuch, in andern Ländern aber nur das Landbuch genannt wird. Auch in Baiern ist eine solche Matrikel unter dem Nahmen der Landtafel bekannt. S. Tafel.
 
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Der Landtag, des -es, plur. die -tage, die Versammlung der Landstände, oder der Stände einer Provinz, und

[Bd. 2, Sp. 1897]


zuweilen die versammelten Stände selbst; zum Unterschiede von einem Kreis- und Reichstage. Einen Landtag ausschreiben. Auf den Landtag reisen. Einen Landtag halten, im gemeinen Leben landtagen. In Pohlen, wo die Landtage vor den Reichstagen vorher gehen, sind jene Versammlungen des Adels in den Provinzen. Eben daselbst werden aber auch die Landgerichte in den Woiwodschaften Landtage genannt. Von Tag, eine Versammlung an einem bestimmten Tage. Schwed. Herredag. Ehedem waren die Landtage auch unter dem Nahmen der Landsprachen bekannt.
 
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Der Landthurm, des -es, plur. die -thürme, in einigen Gegenden, ein Thurm an einer Landwehre.
 
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Die Landtrauer, plur. inus. eine Trauer durch das ganze Land.