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Landsitz bis Landstêrben (Bd. 2, Sp. 1894 bis 1896)
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Artikelverweis Der Landsitz, des -es, plur. die -e, der Sitz, d. i. Wohnort, Aufenthalt eines Mannes von Stande auf dem Lande.
 
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Das Landskind, des -es, plur. die -er, im gemeinen Leben, eine Person, welche aus einem Lande gebürtig ist, in Ansehung desselben, und ohne Unterschied des Geschlechtes. Ein Preußisches, Sächsisches Landskind, eine Person, welche in Preußen, in Sachsen, oder in einer zu den Preußischen, den Sächsischen Staaten gehörigen Provinz geboren ist. Im Oberdeutschen ein Landzögling, Landmann, Landsmann.
 
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Der Landsknêcht, des -es, plur. die -e. 1) Ein zur Vertheidigung des Landes bestimmter Knecht; eine nunmehr veraltete Benennung eines gemeinen Soldaten, besonders eines Fußgängers. Man gebraucht dieses Wort nur noch zuweilen im gemeinen Leben, besonders in der R. A. fluchen, wie ein Landsknecht. Im mittlern Lat. Lanskenetus. 2) Eine besondere Art eines vornehmlich in Frankreich üblichen Kartenspieles; vermuthlich

[Bd. 2, Sp. 1895]


weil es durch die ehemahligen Deutschen Landsknechte oder Soldaten daselbst bekannt geworden, daher es im Französischen auch den Deutschen Nahmen behalten hat, wo es Lansquenet heißt. Landsknecht spielen.
   Anm. Einige haben geglaubt, daß die erste Hälfte dieses Wort nicht Land, sondern vielmehr Lanze sey, daß es daher Lanzknecht geschrieben werden müsse, und einen mit einer Lanze bewaffneten Soldaten bedeute. Allein, die wahre Lanze war kein Gewehr für Fußgänger, ja es durfte niemand als ein wirklicher Ritter dieselbe führen. Die Ritter hatten zwar ihre Bedienten zur Tragung der Lanzen, welche Lanzenträger und Lanzenknechte hießen; allein diese waren von unsern Landsknechten gar sehr verschieden. Von dem Nahmen und Ursprunge der Landsknechte, S. Senkenbergs Selecta Th. 3, S. 481. Nova Miscell. Lips. Th. 9, S. 425.
 
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Der Landsmann, des -es, plur. die -leute, Fämin. die Landsmänninn. 1) Diejenige Person, welche mit einer andern aus einem und eben demselben Lande gebürtig ist; im Oberd. Landmann. Er ist mein Landsmann. Es war deine Landsmänninn. Sie sind Landsleute, sie sind aus einem und eben demselben Orte, aus einer und eben derselben Provinz gebürtig. Schwed. Landsmann, im Oberd. Landmann, bey dem Ottfried im Plural Lantliut, Landsedilon, in dem alten Gesetze der Könige Ludwig und Lothar von 840 Geland. 2) * Ein Landskind; doch nur im Oberdeutschen.
 
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Die Landsmannschaft, plur. die -en. 1) Die Eigenschaft, nach welcher zwey oder mehr Personen aus einem und eben demselben Lande gebürtig sind, und deren Verbindung; ohne Plural. 2) Mehrere aus Einer Provinz gebürtige Personen, als ein Ganzes betrachtet; besonders auf Universitäten.
 
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Die Landspitze, plur. die -n, die Spitze des festen Landes, eine in das Meer oder Wasser hervor ragende Spitze des festen Landes.
 
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Der Lándstrích, des -es, plur. die -e, ein unter Einer Polhöhe in die Länge sich erstreckender Strich so wohl der Erdkugel, als besonders des festen Landes; der Erdstrich, Himmelstrich, die Zone, das Klima.
 
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Die Landstadt, plur. die -städte. 1) Eine zu einem Lande, d. i. Provinz, gehörige, dem Landesherren der Provinz unterworfene Stadt, eine Municipal-Stadt; zum Unterschiede von einer Reichsstadt. 2) Zuweilen führen auch dem Landesherren unmittelbar unterworfene Städte den Nahmen der Landstädte; zum Unterschiede von den Amtsstädten oder adeligen Städten. 3) In manchen Ländern werden die kleinern Städte außer den Hauptstädten Landstädte genannt, weil man sie gewisser Maßen mit zu dem flachen Lande, so fern dasselbe der Stadt in engerer Bedeutung entgegen gesetzt ist, rechnet. 4) Eine in dem festen Lande gelegene Stadt; zum Unterschiede von einer Seestadt.
 
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Der Landstand, des -es, plur. die -stände, ein Stand eines Landes oder einer Provinz, doch nur ein solcher Stand, welcher das Recht hat, auf Landtagen zu erscheinen, und daselbst über Landesangelegenheiten zu stimmen. Die Landstände zusammen berufen. S. Adelung Stand. Daher landständisch, oder nur ständisch, den Landständen gehörig, in ihrer Eigenschaft und Würde gegründet. S. Landschaft und Landsaß.
 
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Der Landstein, des -es, plur. die -e. 1) Der Gränzstein, so wohl eines ganzes Landes, einer Provinz, als auch einzelner Ländereyen oder Grundstücke. 2) Im Bergbaue werden diejenigen Eisensteine, welche man hin und wieder auf oder gleich unter der Erde findet, und sie daher nicht erst auf bergmännische Art gewinnen darf, Landsteine genannt. S. auch Rasenstein.

[Bd. 2, Sp. 1896]



 
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Das Landstêrben, des -s, plur. inus. eine Landseuche, wenn sie viele Menschen oder Vieh in einem Lande dahin raffet.