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Dêmmen bis 2. Dến (Bd. 1, Sp. 1444 bis 1445)
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Artikelverweis  Dêmmen, S. Adelung Dämmen.
 
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Dêmmern Dêmmerungu. s. f. S. Adelung Dämmern.
 
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Dêmnāch, ein Bindewort, welches eine Folge oder ein Schluß aus einem vorher gegangenen Satze bezeichnet, und so wohl zu Anfange des Satzes, als auch, und zwar am häufigsten, und besten, nach einigen Worten stehet, für also, daher. Es gibt demnach solche Leute, welche u. s. f. Wie glücklich muß demnach ein Tugendhafter seyn!
   Anm. Demnach für nachdem, weil, oder da, zu Anfange einer Periode, gehöret zu dem Unerträglichen des Kanzelleystyls, besonders, wenn als darauf folget: demnach dieselben mein Gutachten verlangt, als habe mit demselben nicht länger anstehen wollen. Die Niedersachsen und Holländer sagen statt dieses Bindewortes nademaal.
 
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Dêmnǟchst, adv. eine nur im gemeinen Leben übliche Partikel. 1) Für mit nächsten, so bald als möglich. Ich werde demnächst zu dir kommen. 2) Für nächst dem, d. i. hierauf, alsdann. Wir wollen essen, und demnächst spazieren gehen.
 
Artikelverweis Die
Demokratīe, (viersylbig,) plur. die -n, (fünfsylbig,) aus dem Griechischen, diejenige Verfassung des gemeinen Wesens, wo sich die höchste Gewalt bey dem Volke, oder allen einzelnen Gliedern ohne Unterschied befindet; ohne Plural. Daher demokrātisch, in dieser Verfassung gegründet; der Demokrāt, des -en, plur. die -en, der diese Verfassung begünstiget, derselben ergeben ist.
 
Artikelverweis Die
Dēmuth, plur. car. derjenige Zustand des Gemüthes, da man aus Kenntniß seiner Unwürdigkeit in Vergleichung mit der Würdigkeit anderer, von sich geringe denket, und solches durch die That an den Tag leget. Sich der Demuth befleißigen. Etwas aus wahrer Demuth thun.

[Bd. 1, Sp. 1445]



   Anm. 1. Bey dem Notker lautet dieses Wort Diumuot, und bey dem Kero nach einer andern Form Deoheit; im Österreichischen Dienmuth, und in andern Oberdeutschen Gegenden Diemuth. Es kann seyn, daß die erste Sylbe dieses Wortes von dienen, im Fränkischen und Alemannischen ehedem deonan, ist. Aber da Kero das Zeitwort theonan, dienen, auch für demüthigen gebraucht, so kommt man in der wahren Bedeutung dieses Wortes vielleicht noch näher, wenn man es von einem veralteten die, den, don, niedrig, ableitet, S. Adelung Donlege; so daß Demuth, nach dem Muster des Latein. humilitas, eigentlich die Niedrigkeit des Gemüthes ausdrücken würde. Von einem andern ähnlichen Worte od, Angels. ead, leicht, sanft, haben die Niedersächsischen und damit verwandten Mundarten ihr oodmödig und Oodmödigkeit, welches so wohl Sanftmuth, als auch Demuth bedeutet.
   Anm. 2. Obgleich das einfache Muth männlichen Geschlechtes ist, so folget doch Demuth, nebst Anmuth, Großmuth, Sanftmuth und Wehmuth, der Regel, nach welcher die Abstracta und Tugenden weiblichen Geschlechtes sind.
 
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Dēmüthig, (nicht, wie viele sprechen, demthig,) -er, -ste, adj. et adv. Demuth besitzend, Demuth verrathend. Ein demüthiger Mensch. Eine demüthige Bitte. Demüthige Geberden. Demüthig seyn, oder werden.
   Anm. Der Comparativ ist zwar als ein Adverbium, z. B. er wird schon demüthiger, nicht aber als ein Adjectiv üblich, weil ein demüthigerer, eine demüthigere u. s. f. das Gehör beleidigen würde. Der Superlativ hingegen kann auf beyde Arten gebraucht werden. Ich bin ihr demüthigster Diener. Demüthigst bitten. Für demüthig findet man bey dem Kero so wohl diomuate, als deolich, deolihho. Bey dem Ottfried bedeutet thiohmuati, unterworfen. In Niedersachsen sagt man oodmödig, und im Österreichischen dienmüthig. Demüthiglich für demüthig ist im Hochdeutschen veraltet.
 
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Dēmüthigen, verb. reg. act. demüthig machen. 1. Eigentlich. Ich habe ihn gedehmüthiget. Er ist durch die Krankheit gar sehr gedemüthiget worden. O, wie demüthigen sie mich! Ein Lobspruch, den ich mir wegen seiner Größe nicht zueignen kann, thut mir weher, als ein verdienter Verweis, Gell. 2. In weiterer und zum Theil figürlicher Bedeutung. 1) Sich demüthigen, sich demüthig bezeigen. Sich vor einem demüthigen. 2) Bezwingen, unterwerfen. Seine Feinde demüthigen. So auch die Demüthigung, welches aber auch eine demüthigende Handlung, eine Veranlassung der Demuth bedeutet, Kränkung, empfindlicher Schmerz. Dieser Vorwurf war eine große Demüthigung für ihn. Viele Demüthigungen erfahren.
   Anm. Bey dem Notker lautet dieses Zeitwort diemuoten, doumuoten, bey dem Kero nach einer andern Form theonan, bey den Übersetzer Isidors mit einem andern Anfangsworte chiodmuodan, im Nieders. oodmödigen.
 
Artikelverweis Die
Dēmüthigkeit, plur. inus. ein größten Theils veraltetes, wenigstens unnöthiges Wort, für Demuth, welches nur dann zu billigen ist, wenn man die Fertigkeit von der Gesinnung selbst zu unterscheiden hat.
   Voll von Demüthigkeit und von Gedanken groß,
   Opitz.
 
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1. Dến, die vierte Endung der einfachen Zahl des Artikels und Fürwortes der, S. Der.
 
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2. Dến, die dritte Endung der mehrern Zahl des Artikels der, w. s.