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Christlich bis Chrōnik (Bd. 1, Sp. 1332)
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Artikelverweis  Christlich, -er, -ste, adj. et adv. 1) Von Christo herkommend; doch nur in den Ausdrücken, die christliche Religion, die christliche Lehre, der christliche Glaube. 2) Den Lehren Christi gemäß. Eine christliche Gesinnung. Ein christliches Gemüth. Die christliche Moral. Die Demuth ist der Grund aller christlichen Tugenden. 3) Christum bekennend, an Christum glaubend. Europa wird größten Theils von christlichen Nationen bewohnt. Die christlichen Staaten. 4) Nach Art der Christen. Christliche Gebräuche. Christliche Sitten.
   Anm. Christenleich findet sich schon in dem alten Gedichte auf Carls des Großen Feldzug und bey dem Stryker. In noch ältern Zeiten kommt auch cristena und cristan vor. Luther gebraucht 1 Cor. 1, 12 das Wort christlich für Christo angehörig, welches aber ungebräuchlich ist.
 
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Die Christ-Mêsse, oder Christ-Mêtte, plur. die -n, in der Römischen Kirche, der Gottesdienst, der am frühen Morgen des Christtages gehalten wird, welche Benennung auch an einigen protestantischen Orten üblich geblieben ist, zuweilen aber auch nur den Christabend bedeutet. S. Adelung Messe und Mette. Im Westphälischen heißt die Christmette Kassucht, von Kaß, Kast, Christ, und Ucht, die Dämmerung.
 
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Der Christ-Monath, des -es, plur. die -e, der letzte Monath im Jahre, in welchen das Christ- oder Weihnachtsfest fällt; mit einem Römischen Nahmen der December. S. dieses Wort.
 
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Die Christ-Nacht, plur. die -Nächte, die Nacht unmittelbar vor dem Christ-Tage.
 
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Chrístoph, gen. -s, dat. -en, ein Mannsnahme, welcher aus den Griech. χριστοφορος abgekürzet ist, und jemanden bedeutet, der Christum im Herzen träget. In den gemeinen Mundarten lautet dieser Nahme Christoffel, Töffel, im Nieders. Stoffer und Stoffel, im Engl. aber Keter und Kit. In der Reichsstadt Aachen bedeutet dieses Wort so viel als Constabler. Diese Stadt ist in neun Grafschaften getheilet, deren jeder ein Christoffel, oder wie er auch ehedem hieß, ein Kerstoffel vorgesetzet ist, der die Aufsicht in weltlichen Sachen über seine Grafschaft führet. S. Adelung Constabler.
 
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Der Christ-Schein, des -es, plur. die -e, in den Kalendern, der Neumond im Christmonathe oder December. S. Adelung Schein.
 
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Die Christ-Stolle, plur. die -n, eine gewöhnliche Butterstolle, so fern sie vornehmlich zum Weihnachtsfeste gebacken wird; ein Christ-Weck.
 
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Der Christ-Tag, des -es, plur. die -e, der Tag, da in der christlichen Kirche das Gedächtniß der Geburt Christi gefeyert wird, der Weihnachtstag; besonders der erste Tag des Weihnachtsfestes.
 
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Christus, S. Adelung Christ.
 
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Die Christ-Wurz, oder Christ-Wurzel, plur. inus. eine Art der Niesewurz, deren gelbe Blume auf dem Blatte sitzet, und die in Italien einheimisch ist; Helleborus hyemalis, L. Sie hat den Nahmen von ihrer frühen Blüthe, weil sie schon um die Zeit des Christfestes zu blühen pflegt. Auch die schwarze Niesewurz, Helleborus niger, wird um ihrer frühen Blüthe willen zuweilen Christwurz genannt.
 
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Die Chrōnik, (sprich Kronik,) plur. die -en, aus dem Lat. und Greich. Chronicon, ein Geschichtbuch, welches die Begebenheiten eines Landes oder eines Ortes nach der Folge der Jahre ordnet. Die Bücher der Chronik, ein Nahme zweyer biblischen Bücher des alten Testamentes.