Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Carthaune bis Cascarílle (Bd. 1, Sp. 1311 bis 1312)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Carthaune, S. Adelung Karthaune.
 
Artikelverweis 
Die Carthāuse, plur. die -n, ein Carthäuser-Kloster; von der wüsten Gegend Carthusia, Franz. Chartreuse, im Delphinate, wo das erste Kloster dieses Ordens gestiftet worden, daher denn nachmahls ein jedes Carthäuser-Kloster diesen Nahmen bekommen hat.
   Anm. Man hat in den niedrigen Sprecharten ein Wort, welches gleichfalls Carthause lautet, und vermuthlich so viel als den Kragen bedeutet. Jemanden bey der Carthause nehmen und zur Erde werfen. Frisch glaubt, daß damit auf die straubigen Haare gesehen würde, die den Wüsteneyen der Carthäuser glichen. Allein es scheinet vielmehr ein niedriges Wortspiel zu seyn, und für Krause zu stehen. Im Nieders. lautet es in dieser Bedeutung Kalduse.
 
Artikelverweis 
Der Carthǟuser, des -s, plur. ut nom. sing. ein Mönch von dem Orden des heil. Bruno, welcher Orden sehr strenge, in einer beständigen Clausur und vollkommenen Einsamkeit lebt. Bruno stiftete diesen Orden 1086. S. das vorige. Daher der Carthäuser-Mönch, der Carthäuser-Orden, das Carthäuser-Kloster u. s. f.
 
Artikelverweis 
Die Carthǟuser-Nêlke, plur. die -n, eine Art Nelken mit gehäuften Blumen, welche eyförmige mit Grannen besetzte Kelchschuppen und drey nervige Blätter haben; Dianthus Carthusianorum, L. Auch die Bartnelken werden zuweilen Carthäuser-Nelken genannt.
 
Artikelverweis 
Das Carthäuser-Pulver, des -s, plur. ut nom. sing. in der Chymie, eine der wichtigsten Bereitungen aus dem Spießglase, welche auch mineralischer Kermes genannt wird, und ihren Nahmen von einem Apotheker der Carthäuser, Simon, hat, welcher sie um 1714 in Aufnahme brachte.
 
Artikelverweis 
Cartoffel, S. Adelung Kartoffel.
 
Artikelverweis 
Der Cartón, (sprich Cartong,) des -s, plur. die -s, aus dem Franz. Carton, und Ital. Cartone. ein großes, starkes Blatt Papier; in der Mahlerey, eine große Zeichnung auf Papier, gemeiniglich

[Bd. 1, Sp. 1312]


zum Behuf der Tapetenwirker, Fresco-Mahler u. s. f. Ingleichen, ein Behältniß von Pappe, Kupferstiche u. s. f. hinein zu legen.
 
Artikelverweis 
Die Cartúsche, plur. die -n. 1) In den bildenden Künsten, eine zierliche Einfassung zu einer Auf- oder Überschrift, eines Sinnbildes, Wapens u. s. f. Aus dem Franz. Cartouche, weil die ersten Einfassungen dieser Art ein fliegendes aufgerolltes Blatt vorstelleten, dergleichen noch jetzt gewöhnlich sind. 2) Eine kleine Patrontasche der Grenadier, welche sie vor dem Leibe tragen. 3) Die Patrone, d. i. die aus Pulver und der Kugel bestehende Ladung für Kanonen. 4) Eine mit Musketenkugel, Stücken Eisen u. s. f. angefüllte Büchse von Pappe, Holz oder Blech, welche aus Kanonen geschossen, und gemeiniglich Kartätsche genannt wird, S. dieses Wort. Alle aus dem Franz. Cartouche.
 
Artikelverweis 
Der Carviol, S. Adelung Carfiol.
 
Artikelverweis 
Der Casakín, (sprich Casakéng,) des -s, plur. die -s, ein kleiner kurzer und enger Überrock, welchen man im Hause zur Bequemlichkeit anziehet; aus dem Franz. Casaquin, und dieß von dem Ital. Casachino, Casachina, welches das Diminut. von Casacca, ein Reitrock, ist. Die Bestandtheile dieses Wortes sind in den Europäischen Sprachen sehr alt, indem κασυς und κασος schon bey dem Xenophon, Pollur und Hesychius vestem coactilem bedeutet. Im Schwed. ist Kasjacka und Kasika ein Brusttuch, oder ein kurzer Mantel, womit auch das Engl. Cassock, das Span. Casaca und das Holländ. Kasacke überein stimmen. Ihre hält die letzte Hälfte dieser Wörter für das bekannte Wort Jacke, w. s.
 
Artikelverweis 
Die Cascarílle, plur. inus. ein Strauch, der in beyden Indien angetroffen wird; Clutia Eluteria, L. Die zusammen gerollte Rinde dieses Strauches, welche bey uns unter dem Nahmen der Cascarille bekannt ist, hat einen bittern und gewürzhaften Geschmack, und wird in vielen Fällen als eine heilsame Arzeney gebraucht.