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Carmelīter-Geist bis Caroussell (Bd. 1, Sp. 1309 bis 1310)
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Artikelverweis Der Carmelīter-Geist, des -es, plur. inus. in den Apotheken, ein zusammen gesetztes Melissenwasser, welches aus Melissen, Citronenschalen, Coriander, Muskaten, Nelken, Zimmet u. s. f. mit Weingeist und Melissenwasser destilliret wird.
 
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Carmesīn, adj. indecl. eine hochrothe Farbe habend, welche ein wenig in das Blaue fällt. Daher die Carmesin-Farbe, Carmesin-Zeug, das diese Farbe hat, Carmesin-roth u. s. f. Wir haben dieses Wort aus dem Franz. Cramoisi, welches von dem Arab. Kermes abstammet; S. Adelung Kermes. Im Span. lautet es Carmesi, im Ital. Chermisi, im Engl. Crimson, und im mittlern Lateine Carmesinus. Diejenigen, welche dieses Wort Carmoisin schreiben, und es dadurch dem Französ. ähnlicher zu machen suchen, sollten es billig Cramoisin schreiben, wodurch sie sich aber von dem wahren Ursprunge dieses Wortes nur noch mehr entfernen würden.
 
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Der Carmīn, des -es, plur. inus. ein schönes hochrothes Pulver, welches zum Mahlen gebraucht, und aus der Cochenille, zuweilen aber auch aus Fernambuk oder Brasilienholz verfertiget wird. Aus dem Franz. Carmin, welches gleichfalls von dem Arab. Kermes abstammet. S. Adelung Kermes. Daher Carmin-roth, hochroth, ohne Beymischung irgend einer andern Farbe.
 
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Carmosiren, Carmusiren, verb. reg. act.ein Kunstwort der Jubelierer, welches eigentlich einfassen, mit einem Rande versehen, bedeutet. Einen Edelstein carmusiren, einen Rand von kleinern Edelsteinen um denselben machen. Carmusir-Gut, sehr kleine Edelsteine, die nur zum Carmusiren taugen. Obgleich dieses Wort zunächst aus dem Französischen entlehnet ist, so hat es doch seinen Ursprung in Norden. Denn Karmbedeutet noch jetzt im Schwed. einen Rand, und karmisera ist in eben dieser Sprache unser carmusiren.
 
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Das Cárnaval, des -es, plur. die Cárnavāle, in den Kirchengebräuchen, besonders der Römischen Kirche, die Zeit von dem Feste der heil. drey Könige bis zur Fasten, welche von Alters her mit allerley Lustbarkeiten und Ausschweifungen zugebracht worden; im Deutschen Fastnacht. Carnaval halten. Die Carnavals-Zeit, Carnavals-Lustbarkeiten u. s. f. Aus dem Franz. Carnaval, und Ital. Carnavale, Carnevale, Carnovale. Du Fresne leitet dieses Wort von Carn à val ab, und erkläret solches durch Caro abscedit, seu tempus carnes comedendi. Allein da dieses Wort im mittlern Lateine auch Carnelevamen heißt, so kann es auch daraus verderbt seyn. Im Oberdeutschen ist es männlichen Geschlechtes, der Carnaval.
 
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Der Carneōl, des -es, plur. die -e, ein Edelstein, der eigentlich ein rother Achat ist, dessen Farbe aber verschiedene Grade der Dunkelheit hat. Aus dem Latein. Carneolus, Ital. Carniola, Franz. Cornaline. Das Ital. Corniola bedeutet auch Horn,

[Bd. 1, Sp. 1310]


daher man behauptet, daß dieser Stein wegen seiner dem Horne ähnlichen Farbe den Nahmen bekommen habe. Allein alsdann müßte man ehedem einen andern Stein Carneol genannt haben, als heut zu Tage. Das Ital. Carne, Fleisch, würde sich wegen der Fleischfarbe vielleicht besser zur Ableitung schicken.
 
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Carnieß, S. Adelung Karnieß.
 
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Der Carolīn, des -es, plur. die -en, ein Nahme verschiedener Münzsorten, welche von Fürsten geschlagen worden, die den Nahmen Carl geführet. So ist der Carolin in der Schweiz eine Art Scheidemünze, welche sich wieder in verschiedene Unterarten theilet, davon Frisch einige anführet. Um das Jahr 1477 wurde zu Bern ein guter Carlin auf einen Fünfer gesetzet. Auch in Italien gibt es geringe Münzen dieses Nahmens, welche etwa zwey gute Groschen gelten, aber auch sehr verschieden sind. Die Deutschen Carolinen in Gold, welche im Reiche 12 Fl. gelten, haben ihren Nahmen von einem Churfürsten zu Baiern, Nahmens Carl, werden aber auch von andern Fürsten geschlagen. Auch in England hat man Goldmünzen, welche Carolinen oder Caroliner heißen, von dem Könige Carl geschlagen worden, und so viel wie ein Jacobiner, nehmlich 7 Fl. 83/4 Kr. gelten. Im gemeinen Leben lautet dieses Wort abgekürzet nur Carlin.
 
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Carosse, S. Adelung Carrosse.
 
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Die Carótte, plur. die -n. 1) Ein Nahme, welchen an einigen Orten die rothen Rüben, oder die Beete, im Oberdeutschen Mangold, führen, aus dem Ital. Carotta und Carota, welches rothe Rüben bedeutet. Andere machen noch einen Unterschied unter den rothen Rüben und Carotten, der aber wohl nur von der Verschiedenheit des Bodens herrühret. S. Adelung Beete und Mangold. 2) Wegen einiger Ähnlichkeit, eine an beyden Enden zugespitzte Stange Tobak aus gerippten Blättern; Franz. Carotte. Daher carottiren, den Tobak in dem Carotten-Zeuge zusammen pressen.
 
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Caroussell, S. Adelung Carrosell.