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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Haarbinde (Bd. 2, Sp. 865 bis 870)
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Artikelverweis  H, der achte Buchstab des Deutschen Alphabetes, welcher ein dreyfaches Amt hat.
   1. Ist er ein Buchstab im eigentlichsten und schärfsten Verstande, welcher einen etwas starken, aber doch nicht an den Gaumen angestoßenen Hauch ausdrucket, wo er gleichsam den Übergang der Selbstlauter zu den Mitlautern ausmacht, indem jene wahre, aber sehr gelinde Hauche sind. Um dieser Ursache willen ist auch das H von einigen Sprachlehrern ein Halb-Vocal genannt worden.
   Es hat in dieser Gestalt einen doppelten Laut. Mit einem starken Hauche wird es zu Anfange eines Wortes ausgesprochen, wie in Habe, Haft, Hand, Herz, hoch, Hund u. s. f. mit einem schwächern aber in der Mitte zu Anfange einer Sylbe, besonders nach einem Vocale, wie in gehen, sehen, flehen, geschehen, nahe, Ehe, wehen, leihen, drohen, wiehern, Mühe, ruhen, Reihe u. s. f. wo es in manchen Gegenden so gelinde ausgesprochen wird, daß man es fast gar nicht höret. Ja die Niedersächsische Mundart, welche eine Feindinn des Hauches ist, und die mit ihr verwandten Sprachen, verbeißen es in der Mitte gar; Nieders. gaan, gehen, Schwed. gå, Engl. go, Holländ. gaen, Niedersächs. teen, ziehen, scheen, geschehen, seen, sehen, Engl. see, Schwed. si, Holländ. sien; dagegen die Niedersachsen in manchen Wörtern statt des h ein i oder j hören lassen, wie in Moie, Moje, Mühe, bloien, blühen, Holländ. bloeyen, gloien, glühen u. s. f. Die Alemannische und einige andere Mundarten sprechen es auch in der Mitte, wenigstens in vielen Wörtern, mit einem so harten Hauche aus, der dem ch nahe kommt, sich für siehe, geschicht für geschiehet, Floch für Floh; und daher rühret es vermuthlich, daß es auch im Hochdeutschen in solchen Wörtern, wo der gedehnte Vocal in den geschärften verwandelt wird, wirklich in das ch übergehet, wohin Gesicht, sichtbar, von sehen, Flucht von fliehen, Geschichte von geschehen, Zucht von ziehen, Verzicht von verzeihen, u. a. m. gehören.
   Die ältere Fränkische Mundart pflegte es gern dem l, r und w zu Anfange der Wörter vorzusetzen, da es denn vor dem l oft in das noch stärkere ch oder k überging; Hludewig, Chlodewig, Clodewig, Hlotharius, Chlotarius, Hrabanus, Hruodolf, Hwil, ein Rad u. s. f. Die Engländer sprechen ihr roh, wenn es ein Wort anfängt, noch so, und die Schweden schreiben es sogar; Schwed. Hwal, Walfisch, Hwalf, Gewölbe, hwar, wer, hwar, Engl. where, wo, hwerfwa, werfen, Hwete, Weitzen, Hwila, Weile, hwilken, Engl. which, welcher u. s. f. Dagegen gibt es ganze Völker, welchen die Aussprache dieses Buchstabens auch zu Anfange der Wörter sehr schwer ankommt, wohin besonders die Russen und Italiäner gehören. Das Beyspiel der letztern läßt vermuthen, daß auch ihre Vorfahren, die Lateiner, das h zu Anfange der Wörter sehr gelinde und vielleicht gar nicht ausgesprochen; daher es auch in der Lateinischen Prosodie für keinen Buchstaben gerechnet wird. Im Deutschen kann man ihm wegen seines bestimmten und merklichen Lautes die Eigenschaft eines wahren Buchstabens nicht absprechen.
   2. Das zweyte Amt des h ist, daß es zuweilen das Zeichen eines gedehnten Selbstlauters ist, und alsdann für sich nicht ausgesprochen wird. Dieses findet Statt am Ende einiger Wörter,

[Bd. 2, Sp. 866]


welche sich auf einen Selbstlaut endigen, wie in Stroh, froh, Schuh, Kuh, roh, Vieh, rauh, früh, eh für ehe, wo aber in manchen noch ein anderer Grund in der Abstammung liegt, und da dienet das h zugleich den stärkern Hauch des Stammwortes zu erkennen zu geben.
   Noch häufiger wird dieses h in der Mitte vieler Wörter vor den vier flüssigen Selbstlautern l, m, n, r, zur Dehnung des vorher gehenden Selbstlauters gesetzet. So stehet es vor dem l, in Ahle, subula, fahl, Gemahl, das Mahl, mahlen, kahl, Stahl, Strahl, Wahl, Zahl, Pfahl, Fehl, fehlen, Kehle, Mehl, stehlen, hehlen, befehlen, Bohle, Kohl, Kohle, Stuhl, Sohle, hohl, hohlen, prahlen, Dohle, wohl, buhlen u. s. f. Vor dem m, in lahm, zahm, Ohm, Ahm, Ruhm, nehmen, ahmen, Rahm u. s. f. Vor dem n, in ahnden, Ahnen, Bahn, Fahne, Hahn, Huhn, Kahn, Krahn, Lahn, lehnen, mahnen, Sahne, Wahn, dehnen, sehnen, Sehne, ihn, ihnen, Hohn, Lohn, Mohn, ohne, Sohn, wohnen, Dohne, Frohn u. a. m. Und endlich vor dem r, in Bahre, (nach andern Baare,) wahr, bewahren, fahren, Fahrt, Gefahr, Jahr, Ehre, kehren, lehren, mehr, sehr, hehr, ihr, bohren, Ohr, Ruhr, Uhr, Fohre, der Gehren, begehren, gähren, Guhr u. s. f.
   Da das h in diesen Fällen, wenigstens der gemeinsten Meinung nach, ein bloßes Zeichen des vorher gehenden gedehnten Selbstlauters ist, so verstehet es sich von sich selbst, daß es unnöthig ist, wenn ein Doppellaut vorher gehet, dessen Dehnung schon kenntlich genug ist. Man schreibt daher verlieren, ob man gleich das h in befiehlst und stiehlst beybehält, weil es aus befehlen und stehlen gebildet ist. Da ä, ö und ü keine Doppellauter, folglich auch nicht an und für sich gedehnt sind, so kann nach ihnen das h, wo es einmahl eingeführet ist, auch nicht für überflüssig gehalten werden. Man schreibt also ganz richtig. Ähre, jähnen, Mähne, Mühle, schmählen, schmählich, Mähre, Möhre, Höhle, Öhl, Röhre, Bühne, fühlen, führen, wühlen, kühl u. s. f.
   Indessen ist diese Regel nicht allgemein, weil man wenigstens eben so viel Wörter hat, wo der gedehnte Selbstlaut vor den flüssigen Mitlautern kein h aufweisen kann. Dergleichen sind, z. B. die Endungen -sal, -sam, -bar, die Wörter dar, klar, Krone, bequem, Blume, (wo über dieß noch die Abstammung von blühen es erfordern sollte,) gar, Gram, schal, schmal, Schnur, Flur, Spur, Hure, schonen, Schwan, Schwur, schwören, Span, Plan, Bär, hämisch, schon, sparen, stören, die Sylbe ur-, und hundert andere mehr. In andern wird der Selbstlaut verdoppelt, wie in Aal, Heer, Waare, Haar, leer, Theer, Meer, Beere u. s. f. und was die Endung betrifft, in See, Schnee, Klee u. a. m. Diese Ungleichheit ist wichtig, und beweiset nebst dem Mangel dieses h in so vielen andern gedehnten Sylben sehr deutlich daß es in den Fällen, wo es eingeführet worden, etwas mehr als ein bloßes Zeichen der Dehnung ist, wofür es von allen Sprachlehrern gehalten wird. Merkwürdig ist dabey, daß es nur vor den vier flüssigen Mitlautern l, m, n und r angenommen worden; denn in Fehde, welches vielleicht das einzige Wort von dem Gegentheile ist, hat es einen unläugbaren etymologischen Grund, und

[Bd. 2, Sp. 867]


erhält die Verwandtschaft mit fechten. S. die Orthographie, wo dieses umständlicher ausgeführet worden.
   Den Alten war dieses so genannte Dehnungs h völlig unbekannt, und man findet es bey ihnen so wenig, als es die Dänen, Schweden und andere Völker kennen. Auch die Niedersachsen wollen nichts davon wissen. Erst im 15ten Jahrhunderte kommt es, doch nur noch sehr einzeln, zum Vorscheine. In der ersten Hälfte des 16ten findet man es auch noch sehr selten; aber in der zweyten Hälfte, da man mehr auf die grammatische Richtigkeit seiner Muttersprache zu sehen anfing, ward es häufiger und nach und nach allgemein.
   3. Dienet endlich auch das h den härtern Laut einiger Buchstaben und besonders des c, wenn es wie ein k lauten sollte, des p, und t zu mildern, oder vielmehr mit denselben gewisse Laute auszudrucken, für welche wir keine eigene einfache Zeichen haben, S. Adelung Ch, Ph und Th. Von dem h, welches in einigen wenigen Fällen dem r beygefüget wird, S. R.
 
Artikelverweis 
Ha! eine Interjection, welche gebraucht wird, verschiedene Empfindungen und Gemüthsbewegungen auszudrucken. 1) Einer mit Unwillen, mit Zorn begleiteten Verwunderung.
   Ha! was Henker ist denn das wieder für eine Figur!
   Weiße.
   Ha! diese kleine Furcht steht Männern gar nicht an,
   Weiße.
   Ha! welche Flammenströme schoß die Hyder
   Nach seinem Leben!
   Raml.
   Ha! sprach ein junger Hengst,
   Wir Sklaven sind es werth,
   Daß wir im Joche sind,
   Gleim. Wo es zuweilen verdoppelt wird. Ha! ha! nun kenn ich dich! 2) Des Unwillens, des Verdrusses allein.
   Ha! brummt er, (der Bär) dir will ich das Handwerk zeitig legen,
   Haged. 3) Oft auch der Verwunderung allein.
   Sie geht, ha! welchen Stolz gibt ihr die Tugend ein!
   Weiße.
   Ha! hier blickt noch
   Ein Strahl von Hoffnung vor,
   Schleg. S. in folgenden das Haha.
   Ha! welch ein lauter Päan steigt von seinen Siegen
   In mein entzücktes Ohr!
   Raml. Besonders im gemeinen Leben über eine neue, unerwartete Sache, wo es gemeiniglich verdoppelt wird.
   Sie schweigt und gräbt getrost. Ha! Ha! nun klingt es hohl,
   Gell. 4) Des Aufschlusses, besonders mit der Verdoppelung. Ha! ha! nun weiß ich es. 5) Der Freude, wo es in manchen Gegenden auch Heh! lautet, wie Klagel. 2, 16. In andern aber hey! Das Ezech. 25, 3, Kap. 26, 2, Kap. 36, 2, befindliche Heah! ist, wenigstens im Hochdeutschen, ungewöhnlich. 6) Eine Nachahmung des Lachens, wo es alle Mahl verdoppelt wird. 7) In den niedrigen Sprecharten auch ein fragendes Zwischenwort, für was, wo es oft als ein unarticulirter Schall aus der Gurgel hervor gebracht wird, in einigen Gegenden aber auch he! lautet.
   Wenn diese Interjection verdoppelt wird, so hat alle Mahl das zweyte ha! den Ton.
 
Artikelverweis 
Das Haar, des -es, plur. die -e, Diminut. das Härchen, Oberd. Härlein, des -s, plur. ut nom. sing. 1. In der weitesten Bedeutung, ein jedes zartes Zäserchen, in welcher es nur noch in einigen Fällen üblich ist. Ottfried nennet die Nadeln oder Tangeln der Fichten Har. In einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. in Österreich und Baiern, wird noch der Flachs Haar genannt, in welcher Bedeutung schon in der Monseeischen

[Bd. 2, Sp. 868]


Glosse Hara vorkommt. Dahin gehöret auch das Schonische Hör, Flachs, welches Ihre nicht zu erklären weiß. Auch die einzelnen Zäserchen der Wolle und Seide werden häufig Haare genannt. Ein Tuch aus den Haaren rauhen, bey den Tuchbereitern, das gewalkte Tuch mit der Strohkarte oder Streiche wieder rauch machen. Das Tuch aus den Haaren scheren, eben daselbst, es das erste Mahl oder aus dem Gröbsten scheren. Das Tuch aus den Haaren ziehen, eben daselbst, die im Walken abgegangenen Haare abstreichen. Ein Tuch zu halben Haaren scheren, die Haare nur halb abscheren. Eben dieselben pflegen auch die linke Seite eines Tuches Haar, so wie die rechte Grund zu nennen. Ein Faden roher Seide, welcher über sich selbst gedrehet ist, wird in den Seiden-Manufacturen ein Haar, oder absolute Haar genannt; S. Adelung Haarseide.
   2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, die zarten röhrförmigen Fasen, womit die Haut so wohl mancher Thiere, als auch der Menschen an gewissen Theilen des Leibes bekleidet ist, und welche zarter als Borsten und Grannen, aber härter und gröber als Wolle sind. 1) Von Individuis, einzelne Auswüchse dieser Art zu bezeichnen. So fein wie ein Haar, oder wie ein Härchen. Es ist kein gutes Haar an ihm, er ist im Grunde verderbt. Ich frage nicht ein Haar darnach, nicht das geringste. Er hat kein Haar von seinem Vater, ist ihm nicht im geringsten ähnlich. Auch figürlich, wegen der geringen Breite eines Haares, einen fast unmerklichen Raum, Zeitpunct oder Grad der innern Stärke zu bezeichnen. Es trifft auf ein Haar zu, völlig, so daß auch nicht eines Haares breit Unterschied wahrzunehmen ist. Nicht ein Haar breit weichen. Bey einem Haare, (in den niedrigen Sprecharten, bey einer Haar,) beynahe. Bey einem Haare hätten sie mich böse gemacht. Man sollte dich bey einem Haare für einen Spitzbuben halten, Less. Er ist nicht um ein Haar, oder nicht ein Haar, besser. Meine Antwort war doch nicht ein Haar anders als die ihrige. Sie ist noch kein Haar besser als vordem. Auf ein Haar, sehr genau. Das Ziel auf ein Haar treffen. Er schießt auf ein Haar. Das weiß ich auf ein Haar. Ein Haar in etwas finden, Ursache zum Argwohn, zur Bedenklichkeit, zur Vorsicht. 2) Als ein Collectivum, ohne Plural und ohne Diminutivum, alle an einem Thiere befindliche Haare, oder auch eine unbestimmte Menge, auszudrucken. Der Esel hat graues, das Rindvieh gemeiniglich röthliches Haar. Daher Haar oft von der Farbe eines Pferdes gebraucht wird. Silbern war sein Haar auf seiner Scheitel und um sein Kinn, Geßn. Goldenes Haar, im gemeinen Leben Güldenhaar, ein Nahme verschiedener Pflanzen, S. Goldhaar. Noch mehr im Plural. Schwarze, krause Haare haben. Haare bekommen. Haare lassen müssen, im gemeinen Leben, in einem Streite den kürzern ziehen, ingleichen, Schaden, Verlust leiden.
   Doch hof ich er müß noch har lan
   Wiewol er yetz ist khomen darvon,
   Theuerd. Kap. 94.
   Der Wolf fiel in die arme Herde,
   Und mancher Bock gab Haare her,
   Lichtw. Haare auf den Zähnen haben, im gemeinen Leben, Erfahrung, Wissenschaft besitzen, eigentlich einen ehrwürdigen Bart haben.
   3. In der engsten Bedeutung, die Haare des Hauptes bey Menschen, das Haupthaar, wo es so wohl von einzelnen Haaren, als auch collective, und zwar so wohl im Singular allein, als im Plural allein gebraucht wird. Es soll dir nicht ein Haar gekrümmet werden, es soll dir nicht die geringste Beleidigung widerfahren. Ein schönes, krauses, langes Haar haben. Sein eigenes Haar tragen, im Gegensatze des fremden oder falschen. Sich das Haar wachsen lassen, abscheren. Krauses

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Haar, krauser Sinn, im gemeinen Leben. Und ergriff mich bey dem Haar meines Hauptes, Ezech. 8, 3. Noch häufiger aber im Plural. Lange, starke Haare haben. Sich die Haare wachsen lassen, sie abscheren. Sich die Haare ausraufen. Graue Haare bekommen, vor Alter oder Sorgen. Die Haare stehen mir zu Berge, vor Schrecken, vor Grausen. Der Schrecken trieb mir die Haare zu Berge; wofür Dusch sagt, die Furcht die mein Haar empört. Dahin auch die im gemeinen Leben üblichen figürlichen R. A. gehören: Jemanden bey den Haaren zu etwas ziehen, ihn dazu zwingen. Etwas bey den Haaren herbey ziehen, es auf eine gezwungene Art anbringen, oder auf etwas anwenden, es zu weit herhohlen. Einander in die Haare gerathen, handgemein werden, in einen Streit gerathen, uneins werden. Sich in den Haaren liegen, sehr uneins seyn. Laß dir darüber keine grauen Haare wachsen, mache dir darüber keine Sorgen. Ein Wald oder ein Berg stehet ganz, oder voll, in Haaren, im Forstwesen, wenn er noch hinlänglich mit Holz und Bäumen bewachsen ist.
   Anm. Bey dem Willeram Har, bey dem Tatian Haru, im Nieders. und Dän. gleichfalls Haar, im Engl. Hair, im Angels. Haer, im Franz. Haire, im Schwed. Hår. Casaubonus leitet es von κερα das Scheren, Wachter von ειρω, ich flechte, und Junius von κερας her; Ableitungen, deren Zwang sogleich in die Augen fällt, und schon um der ersten allgemeinen Bedeutung dieses Wortes willen nicht Statt finden. Mit mehrerer Wahrscheinlichkeit rechnet Ihre die Latein. hirtus, hirsutus und hircus zu der Verwandtschaft dieses Wortes, obgleich das letztere mit mehrerm Rechte zu dem alten hirzen, hirten, stoßen, Franz. heurter, gehören möchte. Ottfried und andere ältere Schriftsteller nennen das Haupthaar Fase, Vahs, S. Adelung Fase und Fächser, ingleichen Vlahs, S. Flachs, womit das Wend. Las, Haar, Griech. λασιος, überein stimmet.
 
Artikelverweis 
Der Haaralaun, des -es, plur. inus. gediegener Alaun, in Gestalt zarter Haare, S. Adelung Federalaun.
 
Artikelverweis 
Der Haarball, des -es, plur. die -bälle, oder der Haarballen, des -s, plur. ut nom. sing. Ballen oder kleine Kugeln von zusammen gebackenen Haaren, welche zuweilen in den Mägen der Elendthiere, Hirsche, Gemsen, des Rindviehes u. s. f.
   gefunden werden, und aus denjenigen Haaren entstehen, welche diese Thiere verschlucken, wenn sie einander lecken; Haarkugeln, Aegagropilae. S. Adelung Gemsenkugel.
 
Artikelverweis 
Das Haarband, des -es, plur. die -bänder, ein Band, die Haupthaare damit zusammen zu binden, einzuflechten, oder auszuschmücken.
 
Artikelverweis 
Der Haarbaum, S. Adelung Fachbaum.
 
Artikelverweis 
Die Haarbêêre, plur. die -n, an einigen Orten, ein Nahme der Himbeeren, weil sie mit einigen Haaren versehen sind. Siehe Himbeere.
 
Artikelverweis 
Der Haarbereiter, des -s, plur. ut nom. sing. eine Person, welche die Haare der Thiere und Menschen zu einer Waare zubereitet, besonders zum Behuf der Perrückenmacher.
 
Artikelverweis 
Der Haarbeutel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Beutel, worin die Mannspersonen das hintere Haupthaar tragen; in einigen Oberdeutschen Gegenden ein Haarsack. Einen Haarbeutel haben, oder sich einen Haarbeutel trinken, einen leichten Rausch, im gemeinen Leben; als eine Anspielung auf einen gewissen Major bey der alliirten Armee im siebenjährigen Kriege, der den Trunk liebte, und alsdann gemeiniglich in einem Haarbeutel, anstatt des Zopfes, vor dem commandirenden Generale erschien.

[Bd. 2, Sp. 870]



 
Artikelverweis 
Die Haarbinde, plur. die -n, ein breites Haarband, die Haupthaare damit zurück zu binden.