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Abendessen bis Abendlicht (Bd. 1, Sp. 22 bis 23)
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Artikelverweis Das Abendessen, des -s, plur. ut nomin. sing 1. Eine Speise, welche man Abends, vor dem Schlafengehen zu sich nimmt, die Abendspeise. Schinken ist kein gutes Abendessen. 2. Das Speisen zur Abendzeit, die Abendmahlzeit; ohne Plural. Jemanden zum Abendessen rufen.
   Anm. Die Alten, welche dieses zusammen gesetzte Wort nicht hatten, sagten dafür Abantcaumo und Abandmuas, und etwas später Nachtmahl, Nachtessen. Bey dem Ulphilas findet man Nahtamatz, und bey den Scandiern Nattord. Von Abandmuas hatten die Franken und Alemannen auch das Verbum abandmuasen, zu Abend essen.

[Bd. 1, Sp. 23]



 
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Der Abendgang, des -es, plur. die -gänge, im Bergbaue, ein Gang, welcher nach Abend zu streicht.
 
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Das Abendgebèth, des -es, plur. die -e. 1. Das Gebeth, in welchem man sich Abends vor Schlafengehen dem Schutze der Vorsehung empfiehlet; im gemeinen Leben der Abendsegen. 2. In einigen Gegenden, z. B. in Schlesien, ist es eine Bethstunde, welche Abends in der Kirche gehalten wird.
 
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Die Abendglocke, plur. inus. der Klang der Glocke, so fern er den Abend, oder die Zeit des Abendgebethes ankündiget.
 
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Die Abendjāgd, plur. die -en, eine Jagd, welche bey der Nacht, vermittelst angezündeter Strohfackeln gehalten wird; auch die Fackeljagd.
 
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† Die Abendkost, plur. car. Das Abendessen, im gemeinen Leben, besonders in Niedersachsen. Zum süßen Schluß der Abendkost, Haged.
 
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Das Abendland, des -es, plur. die -länder, ein Land, welches gegen Abend liegt; am häufigsten im Plural.
 
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Der Abendländer, des -s, plur. ut. nom. sing. der Einwohner eines gegen Abend gelegenen Landes.
 
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Abendländisch, adj. aus einem gegen Abend gelegenen Lande, oder dazu gehörig. Abendländische Sitten, Gewächse u. s. f.
 
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Abendlich, adj. 1. Was zum Abende gehöret, oder am Abende geschiehet. Ein abendlicher Schmaus, Uz. Die abendliche Sonne warf noch die letzten ihrer Strahlen auf uns, ehe sie unterging, Dusch; die Abendsonne. 2. Gegen Abend gelegen, westlich; im Hochdeutschen nur selten.
   Anm. Schon bey dem Kero findet man Abuntlih. Frisch sagt, dieses Beywort habe keine Analogie, daher man es habe veralten lassen. So viel ist gewiß, daß sich dessen die Dichter noch am häufigsten bedienen. Aber was die Analogie betrifft, so haben wir ja nächtlich und mitternächtlich in ähnlicher Bedeutung.
 
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Das Abendlicht, des -es, plur. car. 1. Figürlich bey den Dichtern, der Abendstern, der Abend.
   Komm du schönes Abendlicht,
   Das der Lieb Erfüllung giebet,
   Nachtster komm und säume nicht.
   Opitz. 2. Das Zodiakal-Licht, wenn es sich im Frühlinge Abends zeiget.