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Abdrängen bis Abdrucksstange (Bd. 1, Sp. 19 bis 21)
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Artikelverweis  Abdrängen, verb. reg. act. durch Drängen absondern, oder wegdrängen, welches aber wenig gebräuchlich ist. S. Adelung Abdringen.
 
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Abdräuen, verb. reg. act. durch Drohungen erpressen, gewöhnlicher abdrohen. S. Adelung Dräuen. Ein Beyspiel aus dem 14ten oder 15ten Jahrhunderte stehet im Haltaus h. v.
 
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Abdrechseln, verb. regul. act. 1) Durch Drechseln absondern. 2) Völlig fertig drechseln. Eine Kugel abdrechseln.
 
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Abdrèhen, verb. reg. act. 1) Durch Umdrehen absondern. Einem die Knöpfe abdrehen, d. i. von dem Rocke. Einem Vogel den Kopf abdrehen. 2) Wie abdrechseln in beyden Bedeutungen; da denn abdrehen mehr bey den Künstlern, abdrechseln aber mehr im gemeinen Leben üblich ist.
 
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Ábdrếschen, verb. irreg. act. S. Adelung Dreschen. 1) Eigentlich. a) Durch Dreschen absondern, oder bekommen. Man hat dießmahl aus einem Schocke nicht so viel gedroschen, als ehedem; für ausdreschen. Abgedroschenes Stroh, leeres. b) Das Getreide abdreschen, das vorräthige Getreide, oder eine bestimmte Quantität desselben ausdreschen. c) Das Dreschen beschließen, als ein Neutrum, doch auch mit haben. Wir werden bald abgedroschen haben. d) Durch Dreschen bezahlen. Eine Schuld abdreschen. 2) Figürlich, a) für abprügeln, aber nur in niedrigen Redensarten.
   Man drasch ihn weidlich ab,
   Bernh. b) Im Partic. Passiv. ist abgedroschen, etwas das schon oft gesagt, oder oft wiederholet worden. Das ist lauter abgedroschenes Zeug, d. i. ein schon oft wiederholtes Geschwätz. Abgedroschene (längst bekannte) Wahrheiten mit aufgeblasenen Backen predigen. Und mit dieser abgedroschenen Ausflucht denken sie durchzukommen? Less. c) Heimlich verabreden, in verächtlicher Bedeutung. Das haben sie längst mit einander abgedroschen. Ein abgedroschener Handel.
 
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Abdringen, verb. irreg. act. (S. Adelung Dringen,) durch Dringen, ungestümes Anhalten, Drohen, oder sonst eine Art von Gewalt von einem erhalten; ungefähr wie abdrücken. Einem Geld, einen Eid, ein Versprechen, eine Erklärung abdringen. Er hat mir zehn Thaler abgedrungen, d. i. von mir erbettelt.
   Von allem, was das Glück den Fürsten übergeben,
   Ist das betrübteste, das Recht auf Tod und Leben,
   Es dringt uns Strafen ab.
   Schleg.
 
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Abdrohen, verb. reg. act. durch Drohungen erhalten. Einem etwas abdrohen. Im Oberdeutschen abdräuen.
 
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Der Abdruck, des -es, plur. die -ücke. 1) Die Handlung des Abdruckens und Abdrückens; ohne Plural. Der Abdruck eines Gewehres, eines Buches, einer Pflanze, einer Figur in Wachs, in Thon, in Zinn, in Gyps u. s. f. Hieher gehöret auch die figürliche Bedeutung für den letzten Athem eines Sterbenden, welche aber niedrig ist, wenn gleich Canitz singt:
   – Wenn mich die Zeit wegnimmt,
   Die du zum Abdruck mir bestimmt. 2) Das durch Abdrücken und Abdrucken entstandene Bild. Der Abdruck einer Pflanze, eines Siegels, einer Münze, eines Kupferstiches. Der erste, der zweyte Abdruck u. s. f. Einen Abdruck von etwas machen oder nehmen. Auch bedeutet Abdruck in diesem Verstande so viel, als das Lateinische Exemplar, wenn von einem Buche die Rede ist, die Abdrücke der ersten Auflage u. s. f. In der Naturgeschichte sind Abdrücke, oder Spursteine, solche Steine, an welchen ein ehemaliger thierischer oder vegetabilischer Körper seine äußere Gestalt zurück gelassen hat. Figürlich kommt Abdruck auch für ein Ebenbild überhaupt vor. Er ist der Abdruck seines Vaters, d. i. er ist ihm sehr ähnlich. Alle Werke der Natur sind Abdrücke der Gottheit, Gell. 3) An den Schießgewehren, die kleine bewegliche Zunge, vermittelst deren sie abgedruckt werden; auch der Abzug.
 
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Abdrucken, verb. reg. act. 1. Activum, durch Drücken nachahmen oder abbilden; und zwar, (1) durch das Drücken in einen weichen Körper. Ein Siegel in Wachs, eine Statue in Thon, eine Münze in Zinn abdrucken u. s. f. Ingleichen metonymisch, ein Buch abdrucken, bey den Buchbindern, mit dem Stämpel Figuren auf das Buch drucken. Und dann auch figürlich. Diese Züge in denen sich die Verzweifelung und das Bild des Todes abdruckt. (2) Durch das Drucken mit Farben auf die Oberfläche eines andern Körpers. Einen Kupferstich abdrucken. Ein Buch abdrucken. Der Bogen ist noch nicht abgedruckt; in welcher Bedeutung es auch den Begriff der Vollendung mit in sich schließet. 2. Ein Neutrum mit haben, die aufgedruckte Farbe fahren lassen.
 
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Abdrücken, verb. reg. act. 1) Durch Drücken absondern, besonders in den im gemeinen Leben üblichen sprichwörtlichen R. A. Die Angst will mir das Herz abdrücken. Es würde ihm das Herz abgedrückt haben, wenn er es nicht ausgeplaudert hätte. Ingleichen figürlich für abdringen, doch mit dem Nebenbegriffe mehrern Nachtheiles von Seiten des andern. Einem eine Waare abdrücken.
   Noch einen neuen Schmuck den Männern abzudrücken, Gell.

[Bd. 1, Sp. 21]


2) Durch Drücken los machen, von Handgewehren, Schlössern u. s. f. die vermittelst einer Feder gespannt sind. Ein Gewehr abdrücken. Den Pfeil, den Bogen abdrücken.
   Drauf drückte sie die Schlösser selber ab,
   Rost. Daher die Abdrückung in beyden Bedeutungen.
   Anm. Abdrücken, als ein Neutrum, für sterben, er wird bald abdrücken, ist niedrig. Von dem Unterschiede zwischen drucken und drücken S. diese Wörter.
 
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Die Abdrucksstange, plur. die -n, in dem Schlosse eines Gewehres, eine kleine Stange, welche in die Nuß einspringt, damit das Gewehr nicht losgehe.