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Abbröckeln bis Abcschüler (Bd. 1, Sp. 15 bis 16)
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Artikelverweis  Abbröckeln, verb. reg. act. in Gestalt kleiner Brocken abbrechen. Den Kalk von der Mauer abbröckeln. Sich abbröckeln, in kleinen Brocken herab fallen. So auch die Abbröckelung.
 
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Der Ábbrúch, des -es, plur. die -üche, von dem Verbo abbrechen, in einigen figürlichen Bedeutungen. 1) Die Handlung des Abbrechens, so wohl in der eigentlichen Bedeutung, besonders in den Bergwerken, als auch in den uneigentlichen des Abzuges am Preise, am Gelde; ohne Plural. Ich muß ohne Abbruch bezahlet werden. Sich Abbruch thun, sich an der Nothdurft und am Vergnügen etwas abbrechen. In den Marschländern bedeutet Abbruch, Nieders. Afbrake, Afdrang, das

[Bd. 1, Sp. 16]


Wegspühlen eines angesetzten Landes oder Ufers durch die Wellen oder den Strom. 2) Dasjenige was abgebrochen ist, besonders in den Bergwerken, ingleichen in den Marschländern, ein von dem Wasser wieder weggespühltes Land; mit dem Plural. Bey den Schriftgießern ist Abbruch das überflüssige Metall, welches über der Form stehen bleibt, und abgebrochen wird. Am häufigsten aber 3) in figürlicher Bedeutung, für Verminderung des Vermögens, des Ansehens, des Rechtes, der Würde, wofür auch das sich weiter erstreckende Nachtheil gebraucht wird; ohne Plural. Einem Abbruch thun. Abbruch an seiner Ehre, an seinem guten Nahmen, an seinem Vermögen leiden. Dadurch geschiehet seinem Ansehen Abbruch. Den Gesetzen Abbruch thun. Zuweilen auch für Schaden, Nachtheil überhaupt. Dem Feinde vielen Abbruch thun. Im Bergbaue ist dem harten Gesteine Abbruch thun, es durch geschickte Mittel brechen.
   Anm. Das Beywort abbrüchig, könnte allenfalls etwas bedeuten, das sich leicht abbrechen läßt. Allein, wenn es einige für nachtheilig gebrauchen, so ist das völlig wider die Natur der Beywörter auf -chig. Eben dieses gilt auch von unabbrüchig.
 
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Abbrühen, verb. reg. act. 1) Mit heißem Wasser wegbringen. Die Federn, die Haare abbrühen; und dann auch metonymisch, ein Huhn ein Schwein abbrühen, demselben die Federn, die Haare abbrühen. 2) Gehörig brühen. Das Kraut wohl abbrühen.
 
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Abbrunsten, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, bey den Jägern, die Brunsthitze abgekühlet haben, aufhören zu brunsten. S. Adelung Brunst.
 
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Abbuden, verb. reg. neutr. mit haben, die Buden abbrechen, im gemeinen Leben.
 
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Abbürsten, verb. reg. act. mit der Bürste wegschaffen; den Staub abbürsten. Ingleichen metonymisch, mit der Bürste reinigen; den Hut, das Kleid u. s. f. abbürsten.
 
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Abbüßen, verb. reg. act. durch Buße, d. i. Reue, Strafe, oder Genugthuung tilgen. Seine Sünden abbüßen. Ein Verbrechen mit Gelde abbüßen. Daher die Abbüßung.
 
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† Das Abc, (spricht Abecé) -éës, plur. inusit. eine im gemeinen Leben übliche Benennung des Alphabetes, welche von dessen drey ersten Buchstaben hergenommen ist. Etwas nach dem Abc ordnen. Das Abc lernen; noch im Abc seyn; auf der Abcbank sitzen. Figürlich auch wohl, die ersten Gründe einer Kunst oder Wissenschaft. Er ist noch im Abc der Weltweisheit.
   Anm. Schon um 1400 wurde in Frankreich das Französische Alphabet l'Abeçoy genannt.
 
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Das Abcbūch, des -es, plur. die -bücher. 1) Ein Buch, welches das Abc oder die ersten Gründe des Lesens enthält; Nieders. die Fibel, und in Oberdeutschland das Nahmenbuch. 2) Eine Art Kegelschnecken mit schwarzen Zügen, welche einiger Maßen den Buchstaben gleichen; das Letterhörnchen, Conus literatus L.
 
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Abcedīren, verb. reg. neutr. mit haben, in der Musik, die Noten mit den ihnen zukommenden Buchstaben c, d, e etc. absingen; Ital. solfeggiare, auch solmisiren.
 
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Der Abcschüler, des -s, plur. ut nom. sing. ein Schüler, der noch die ersten Gründe des Lebens erlernet; der Abcknabe.