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Abbraten bis Abbröckeln (Bd. 1, Sp. 13 bis 15)
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Artikelverweis  Abbraten, verb. irreg. act. (S. Adelung Braten,) fertig braten, in den Küchen. Eine Gans, ein Huhn abbraten, wenn sie kalt gegessen werden sollen.
 
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* Abbrauchen, verb. reg. act. durch den Gebrauch verderben, abnützen; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Verbum, welches aber bey dem Opitz vorkommt. Dein Rock ist abgebraucht. Und figürlich.
   Das Grauseyn schleicht herbey,
   Dein Stolz ist abgebraucht.
 
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Abbräunen, verb. reg. act. in den Küchen, gehörig braun machen. Einen Braten abbräunen.
 
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Abbrausen, verb. reg. neutr. mit haben, das Brausen, d. i. Gähren, vollenden. Der Most hat abgebrauset.
 
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Ábbrếchen, verb. irreg. (S. Adelung Brechen.) Es ist:
   I) Ein Activum. (1) Durch Brechen absondern, und zwar a) in der eigentlichen Bedeutung, z. B. Blumen, Früchte abbrechen. Der Wind hat den Baum gerade über der Wurzel abgebrochen. Daher auch die sprichwörtlichen R. A. etwas über das Knie abbrechen, oder, eine Sache zu grün abbrechen, d. i. sich dabey übereilen, nicht die rechte Zeit erwarten, sie obenhin verrichten. Eine Ursache vom Zaune brechen, oder abbrechen, einen leeren Vorwand anführen. Ingleichen so viel, als mit einiger Gewalt abnehmen, los machen. Die Hunde abbrechen, wenn sie sich verbissen haben. Dem Pferde die Hufeisen abbrechen, ein Schloß abbrechen u. s. f. Die Glieder abbrechen, bey den Soldaten, lange Glieder in mehrere kurze theilen. In dem Brauwesen ist, das Bier abbrechen, das mit dem Hopfen gekochte Bier in den Kühlfässern mit langen Stangen, welche vorn durchlöcherte Breter haben, fleißig umrühren. b) Figürlich. α) Abziehen, entziehen, doch mit dem Nebenbegriffe mehrerer Gewalt. Einem etwas an dem Lohne abbrechen. Ich habe ihm nichts abgebrochen, nehmlich an dem Preise, an der Bezahlung u. s. f. Können sie sich denn nicht eine Stunde von ihrer Ruhe abbrechen? Ich habe mir schon vieles an meiner Zeit abgebrochen. Er bricht sich nichts ab, d. i. versaget seinem Körper nichts, was zum Nothdurft und zum Vergnügen gehöret. Sich den Wein abbrechen, keinen Wein mehr trinken. β) Plötzlich unvollendet endigen, besonders von Wörtern, Ausdrücken u. s. f. in welchem Falle aber nur das Particip. passiv. üblich ist. Abgebrochene Wörter. Er antwortete mir mit nichts, als mit Thränen und abgebrochenen Seufzern. S. Adelung Abgebrochenheit. γ) Den Fortgang einer Sache plötzlich hemmen, ihr plötzlich ein Ende machen. Die Unterhandlungen abbrechen. Wir wollen unser Gespräch abbrechen. (2) Niederbrechen, einreißen. Ein Gebäude, ein Haus, ein Dach, eine Mauer u. s. f. abbrechen. Den Zeug abbrechen, bey den Jägern, den gestellten

[Bd. 1, Sp. 14]


Zeug wegnehmen. Hingegen ein Jagen abbrechen, eben daselbst, den Jagdbogen enger fassen. (3) Mit dem Begriffe der Vollendung ist es in den Blechhämmern üblich, wo die Bleche abgebrochen werden, wenn man sie zum letzten Mahle glühet und glatt klopfet.
   II) Ein Neutrum. (1) Mit dem Hülfsworte seyn, abgebrochen werden, in der ersten eigentlichen Bedeutung. Das Messer bricht ab, die Nadel ist abgebrochen. (2) Mit haben, nicht weiter fortfahren, aufhören. Mit dem zweyten Bande brach er ab. Lassen sie uns davon abbrechen. Du brichst mit Fleiß ab, (hörest auf davon zu reden), weil du dich fühlst, Gell. Mit einem abbrechen, die bisherige Verbindung mit ihm aufheben.
   Anm. Abbrechen, mit Auslassung des Accusativs, für Abbruch thun, ist im Hochdeutschen veraltet, war aber sonst üblich; z. B. den veindten abbrechen, Theuerd. Kap. 93. Seiner Seele abbrechen, Pred. Sal. 4, 8. Warum dürften wir dem Leibe abbrechen? Opitz. Die poetische R. A. eines Tage abbrechen, gewaltsam verkürzen, ist alt. Schon Stricker sang im 13ten oder 14ten Jahrhunderte:
   Herre due selber dein rich (Gericht)
   Brich ihm sein tage abe. In Oberdeutschland bedeutet, das Licht abbrechen, so viel, als dasselbe putzen; daher bezeichnet Abbreche daselbst auch eine Lichtputze.
 
Artikelverweis Die
Ábbrếchung, plur. inusit. die Handlung des Abbrechens in den eigentlichen Bedeutungen des Activi. S. auch Abbruch.
 
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Abbreiten, verb. reg. act. ein Kunstwort der Kupferhämmer, für breit machen, oder schlagen; besonders von dem gegossenen Kupfer, wenn es unter dem Breithammer zu breiten Scheiben geschlagen wird; auch abpochen. Daher die Abbreitung.
 
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Abbrênnen, verb. irreg. (S. Adelung Brennen,) welches auf gedoppelte Art üblich ist.
   I) Als ein Activum, da es auch zum Theil schon regelmäßig conjugiret wird, ich brennete ab, abgebrennet, obgleich die irreguläre Form, brannte ab, abgebrannt, noch die gewöhnlichste ist. (1) Durch Feuer absondern. Die Haare abbrennen. Eine Warze mit einem glühenden Eisen abbrennen. (2) Durch Feuer zerstören, in die Asche legen, von großen Massen. Die Feinde haben die Stadt, das Haus, das Dorf u. s. f. abgebrannt oder abgebrennet. Einen Wald abbrennen, um Acker daraus zu machen, welches auch abschwenden heißt; ingleichen metonymisch, den Acker abbrennen, d. i. das Gras, oder die Stoppeln auf demselben abbrennen. (4) Anzünden, losbrennen, besonders von Feuerwerken und Schießgewehren. Ein Gewehr, eine Kanone abbrennen. Das Feuerwerk wird bald abgebrennet werden. In der Chymie bedeutet es, Weingeist über gewisse Körper verbrennen lassen. Ingleichen, entzündbare, besonders mineralische Körper in einem glühenden Schmelztiegel plötzlich entzünden. Geschiehet dieses mit einem merklichen Knalle, so heißt es verpuffen. (4) Das Brennen einer Sache vollenden, ingleichen, einem Körper durch das Feuer die gehörige Vollkommenheit geben, und auf diese Art wird das Zeitwort in verschiedenen Künsten und Handwerken gebraucht. So bedeutet es z. B. bey den Ziegelstreichern und Kalkbrennern so viel, als dem Ofen mit Reisholze die letzte Hitze geben, welches auch ausbrennen genannt wird. Bey den Töpfern, die getrockneten Gefäße gehörig brennen. In der Schmelzkunst heißt abbrennen, das Blicksilber durch das Feuer von aller Unart reinigen; wo aber auch der Begriff der Verminderung Statt finden kann. S. Abbrand. Bey den Gelbgießern ist abbrennen auf eine sehr uneigentliche Art, die Farbe des Messinges mit Scheidewasser

[Bd. 1, Sp. 15]


erhöhen, indem man es damit bestreicht und es alsdann schnell in kaltes Wasser steckt, damit das Messing von dem Scheidewasser nicht zu sehr angegriffen werde. Auf ähnliche Art bezeichnet es bey den Eisenarbeitern die Härtung des Eisen und Stahles, wenn solches durch Ausglühung und nachmahlige Ablöschung geschiehet. Auf den Blechhütten hingegen ist abbrennen so viel, als die Eisenbleche zum ersten Mahle in das flüssige Zinn tauchen, um sie dadurch zu verzinnen; bey welchen Arten des Gebrauches der Grund der Benennung zuweilen freylich etwas dunkel ist. So auch die Abbrennung, in allen Bedeutungen des Activi.
   II) Als ein Neutrum, welches das Hülfswort seyn zu sich nimmt, und allemal irregulär conjugiret wird. (1) Niederbrennen, durch Feuer verwüstet werden, von Gebäuden, Wäldern und hohen Massen. Das Haus brannte ab. Die Stadt ist abgebrannt. Ingleichen seine Wohnung durch Feuer verlieren. Unsere Freunde sind abgebrannt. Ein abgebrannter Mann, der das Seinige in einer Feuersbrunst verloren hat. (2) Entzündet werden. Das Gewehr muß schnell abbrennen. (3) Durch Feuer abgesondert werden. Der Ast ist abgebrannt. (4) In der Feuerwerkskunst, sich fruchtlos entzünden, versagen. Das Zündkraut ist abgebrannt.
   Anm. Der Unterschied in der Conjugation zwischen dem Activo und dem Neutro hat seinen guten Grund, ob er gleich noch von den wenigsten beobachtet wird; S. Adelung Brennen. In einigen Fällen ist es gleichgültig, ob man das Activum oder Neutrum gebraucht. So kann man sagen ein abgebrennetes Haus, und ein abgebranntes Haus; weil hier beyde Bedeutungen Statt finden können. Einen abbrennen, für, sein Haus und Vermögen in die Asche legen, ist im Hochdeutschen ungewöhnlich. In Österreich heißt Abbranntler, einer der für abgebrannte Kirchen sammelt.
 
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Abreviīren, verb. reg. act. aus dem mitlern Lat. abbreviare, doch nur in der Grammatik. Ein Wort abbreviiren, es abkürzen. Daher die Abbreviatūr, plur. die -en, die Abkürzung, ein abgekürztes Wort.
 
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Abbringen, verb. irreg. act. (S. Adelung Bringen.) 1) Eigentlich wegbringen, wegschaffen. Ich kann den Schmutz nicht abbringen. In der Landwirtschaft bringt man das Heu, das Getreide ab, wenn man es abmähet, oder abschneidet. 2) Figürlich. a) Entfernen. Einen von dem rechten Wege abbringen. Ich bin dadurch ganz von meinem Gegenstande abgebracht worden. b) Bewegen, etwas fahren zu lassen. Einen von seiner Meinung, von seinem Sinne, von seinem Vorhaben abbringen. Nichts konnte ihn von dem Müßiggange abbringen. c) Aufhören machen, von Gebräuchen und Gewohnheiten. Eine Gewohnheit, ein Recht, eine Mode abbringen; besonders wenn solches nach und nach, durch bloße Unterlassung der Ausübung geschiehet. Geschiehet es durch einen Befehl, so heißt es eigentlich abschaffen, obgleich dieses im gemeinen Leben auch abbringen genannt wird. Daher die Abbringung in den obigen Bedeutungen.
 
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Abbröckeln, verb. reg. act. in Gestalt kleiner Brocken abbrechen. Den Kalk von der Mauer abbröckeln. Sich abbröckeln, in kleinen Brocken herab fallen. So auch die Abbröckelung.