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Abblüthen bis Abbreiten (Bd. 1, Sp. 13 bis 14)
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Artikelverweis  Abblüthen, verb. reg. act. an einigen Orten, der Blüthen berauben. Die Orangenbäume abblüthen.
 
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Abbohren, verb. reg. act. in dem Bergbaue so viel als, bohren, oder völlig fertig bohren. Ein Loch abbohren. In dem Bergbaue hat man bey dem Gesteine dazu einen eigenen Bohrer, welcher der Abbohrer genannt wird.
 
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Abborgen, verb. reg. act. von einem borgen, entlehnen. Welchem Collins haben sie diesen armseligen Einwurf abgeborgt? Less. So auch die Abborgung.
 
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Der Abbrand, des -es, plur. inus. in den Schmelzhütten dasjenige, was dem Blicksilber im Brennen, oder in der Reinigung, am Gewichte abgehet.
 
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Abbraten, verb. irreg. act. (S. Adelung Braten,) fertig braten, in den Küchen. Eine Gans, ein Huhn abbraten, wenn sie kalt gegessen werden sollen.
 
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* Abbrauchen, verb. reg. act. durch den Gebrauch verderben, abnützen; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Verbum, welches aber bey dem Opitz vorkommt. Dein Rock ist abgebraucht. Und figürlich.
   Das Grauseyn schleicht herbey,
   Dein Stolz ist abgebraucht.
 
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Abbräunen, verb. reg. act. in den Küchen, gehörig braun machen. Einen Braten abbräunen.
 
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Abbrausen, verb. reg. neutr. mit haben, das Brausen, d. i. Gähren, vollenden. Der Most hat abgebrauset.
 
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Ábbrếchen, verb. irreg. (S. Adelung Brechen.) Es ist:
   I) Ein Activum. (1) Durch Brechen absondern, und zwar a) in der eigentlichen Bedeutung, z. B. Blumen, Früchte abbrechen. Der Wind hat den Baum gerade über der Wurzel abgebrochen. Daher auch die sprichwörtlichen R. A. etwas über das Knie abbrechen, oder, eine Sache zu grün abbrechen, d. i. sich dabey übereilen, nicht die rechte Zeit erwarten, sie obenhin verrichten. Eine Ursache vom Zaune brechen, oder abbrechen, einen leeren Vorwand anführen. Ingleichen so viel, als mit einiger Gewalt abnehmen, los machen. Die Hunde abbrechen, wenn sie sich verbissen haben. Dem Pferde die Hufeisen abbrechen, ein Schloß abbrechen u. s. f. Die Glieder abbrechen, bey den Soldaten, lange Glieder in mehrere kurze theilen. In dem Brauwesen ist, das Bier abbrechen, das mit dem Hopfen gekochte Bier in den Kühlfässern mit langen Stangen, welche vorn durchlöcherte Breter haben, fleißig umrühren. b) Figürlich. α) Abziehen, entziehen, doch mit dem Nebenbegriffe mehrerer Gewalt. Einem etwas an dem Lohne abbrechen. Ich habe ihm nichts abgebrochen, nehmlich an dem Preise, an der Bezahlung u. s. f. Können sie sich denn nicht eine Stunde von ihrer Ruhe abbrechen? Ich habe mir schon vieles an meiner Zeit abgebrochen. Er bricht sich nichts ab, d. i. versaget seinem Körper nichts, was zum Nothdurft und zum Vergnügen gehöret. Sich den Wein abbrechen, keinen Wein mehr trinken. β) Plötzlich unvollendet endigen, besonders von Wörtern, Ausdrücken u. s. f. in welchem Falle aber nur das Particip. passiv. üblich ist. Abgebrochene Wörter. Er antwortete mir mit nichts, als mit Thränen und abgebrochenen Seufzern. S. Adelung Abgebrochenheit. γ) Den Fortgang einer Sache plötzlich hemmen, ihr plötzlich ein Ende machen. Die Unterhandlungen abbrechen. Wir wollen unser Gespräch abbrechen. (2) Niederbrechen, einreißen. Ein Gebäude, ein Haus, ein Dach, eine Mauer u. s. f. abbrechen. Den Zeug abbrechen, bey den Jägern, den gestellten

[Bd. 1, Sp. 14]


Zeug wegnehmen. Hingegen ein Jagen abbrechen, eben daselbst, den Jagdbogen enger fassen. (3) Mit dem Begriffe der Vollendung ist es in den Blechhämmern üblich, wo die Bleche abgebrochen werden, wenn man sie zum letzten Mahle glühet und glatt klopfet.
   II) Ein Neutrum. (1) Mit dem Hülfsworte seyn, abgebrochen werden, in der ersten eigentlichen Bedeutung. Das Messer bricht ab, die Nadel ist abgebrochen. (2) Mit haben, nicht weiter fortfahren, aufhören. Mit dem zweyten Bande brach er ab. Lassen sie uns davon abbrechen. Du brichst mit Fleiß ab, (hörest auf davon zu reden), weil du dich fühlst, Gell. Mit einem abbrechen, die bisherige Verbindung mit ihm aufheben.
   Anm. Abbrechen, mit Auslassung des Accusativs, für Abbruch thun, ist im Hochdeutschen veraltet, war aber sonst üblich; z. B. den veindten abbrechen, Theuerd. Kap. 93. Seiner Seele abbrechen, Pred. Sal. 4, 8. Warum dürften wir dem Leibe abbrechen? Opitz. Die poetische R. A. eines Tage abbrechen, gewaltsam verkürzen, ist alt. Schon Stricker sang im 13ten oder 14ten Jahrhunderte:
   Herre due selber dein rich (Gericht)
   Brich ihm sein tage abe. In Oberdeutschland bedeutet, das Licht abbrechen, so viel, als dasselbe putzen; daher bezeichnet Abbreche daselbst auch eine Lichtputze.
 
Artikelverweis Die
Ábbrếchung, plur. inusit. die Handlung des Abbrechens in den eigentlichen Bedeutungen des Activi. S. auch Abbruch.
 
Artikelverweis 
Abbreiten, verb. reg. act. ein Kunstwort der Kupferhämmer, für breit machen, oder schlagen; besonders von dem gegossenen Kupfer, wenn es unter dem Breithammer zu breiten Scheiben geschlagen wird; auch abpochen. Daher die Abbreitung.