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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abbitte bis Abborgen (Bd. 1, Sp. 12 bis 13)
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Artikelverweis Die Abbitte, plur. inusit. die Bitte um Vergebung eines begangenen Fehlers oder Verbrechens. Abbitte thun. Einem Abbitte thun. Eine gerichtliche Abbitte, welche vor Gerichte geschiehet. Die R. A. kniende Abbitte thun, rühret aus der Oberdeutschen Mundart her, wo man den Particip. Activ. wenn sie adverbialiter stehen, ein e anzuhängen pfleget; richtiger kniend Abbitten thun.
 
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Abbitten, verb. irreg. act. (S. Adelung Bitten,) durch Bitten gleichsam tilgen oder auslöschen, einer Vergehung wegen um Vergebung bitten. Einem etwas abbitten. Dagegen etwas abbitten ohne Dativ nicht so gewöhnlich ist.
   Denn er kam nicht, um Fehler abzubitten.
   Gieseke.
 
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Abblasen, verb. irreg. (S. Adelung Blasen.) 1) Activum. (a) Durch Blasen wegbringen, den Staub abblasen; und dann auch metonymisch, das Buch abblasen, den Staub von dem Buche blasen. (b) Ein Lied abblasen, dessen Melodie von einem höhern Orte, z. B. einem Thurme, blasen. (c) Durch das Blasen auf einem Instrumente von einem höhern Orte verkündigen. Der Wächter bläs't die Stunden ab. Ein Fest abblasen. (d) Das Ende einer Zeit oder Handlung durch Blasen verkündigen. So wird in Schweden der Reichstag von dem Thurme abgeblasen.
   2) Neutrum, mit haben. (a) Zum Abzuge blasen.
   Der Obergott war froh, befahl, nun abzublasen,
   Opitz. Auf gleiche Art bedeutet es bey den Jägern, das Ende der Jagd durch das Hifthorn verkündigen. (b) Zum letzten Mahle blasen. Der Wächter bläst ab. (c) Aufhören zu blasen. Daher das Abblasen, seltener die Abblasung, und dieses nur zuweilen in den thätigen Bedeutungen.
 
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Abblatten, verb. reg. act. in der Landwirthschaft, die Blätter eines Baumes oder einer Pflanze abbrechen, welches besonders bey dem Weine, Tobak und Kohl geschiehet. Den Wein abblatten, in der Schweiz falchen. Bey den Jägern ist abblatten, wenn das Wild von dem grünen Laube frißt.
 
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Abblättern, verb. reg. act. wie das vorige, nur daß es von allgemeinerm und zum Theil auch edlerm Gebrauche ist. Man sagt auch sich abblättern, von manchen Körpern, wenn sich ihre Theile in Gestalt einzelner Blätter von einander geben. Der Kuchen, der Stein u. s. f. hat sich ganz abgeblättert. Daher die Abblätterung.
 
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Abbläuen, verb. reg. 1) Activum von bläuen, schlagen, im gemeinen Leben, sehr schlagen.
   Und sorgte, ihr mit jedem Tage
   Den Rücken zehnmahl abzubläuen.
   Weiße. 2) Neutrum, mit haben, von blau, die blaue Farbe fahren lassen. Das Tuch bläuet sehr ab.
 
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Abblicken, verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben, erfordert, und auf den Schmelzhütten und bey den Probirern so viel, als gehörig blicken, zum Zeichen der völligen Reinigkeit blicken, bedeutet. Daher das Abblicken.
 
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Abblühen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, das

[Bd. 1, Sp. 13]


Blühen vollenden. Bis der Weinberg, oder der Weinstock abgeblühet hat. Das Getreide hat noch nicht abgeblühet. Mit dem Hülfsworte seyn, aufhören zu blühen, für verblühen, ist es im Hochdeutschen ungewöhnlich, wenigstens unedel: die Rosen sind abgeblühet, besser verblühet.
 
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Abblüthen, verb. reg. act. an einigen Orten, der Blüthen berauben. Die Orangenbäume abblüthen.
 
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Abbohren, verb. reg. act. in dem Bergbaue so viel als, bohren, oder völlig fertig bohren. Ein Loch abbohren. In dem Bergbaue hat man bey dem Gesteine dazu einen eigenen Bohrer, welcher der Abbohrer genannt wird.
 
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Abborgen, verb. reg. act. von einem borgen, entlehnen. Welchem Collins haben sie diesen armseligen Einwurf abgeborgt? Less. So auch die Abborgung.