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Abberufen bis Abbilden (Bd. 1, Sp. 10 bis 11)
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Artikelverweis  Abberufen, verb. irreg. act. (S. Adelung Rufen,) von einem Orte weg berufen, feyerlich abrufen. Der Gesandte ist bereits abberufen worden. Daher die Abberufung, das Abberufungsschreiben.
 
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Abbestèllen, verb. reg. act. im gemeinen Leben, eine bestellte Sache wieder absagen. Ein Kleid, einen Tagelöhner abbestellen.
 
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Abbèthen. verb. regul. act. 1) Eine bestimmte Anzahl von Gebethen hersagen. Den Rosenkranz abbethen. Gewisse Mannspersonen haben ihren Vorrath von Lobsprüchen, den sie immer abbethen. 2) Durch Bethen abwenden. Ein Unglück abbethen.
 
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Abbêtteln, verb. reg. act. durch Betteln oder vieles Bitten erhalten. Einem etwas abbetteln. Man muß ihm alle Worte abbetteln.

[Bd. 1, Sp. 11]



 
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Abbétten, verb. reg. act. Sich von einem abbetten, sein Bette von des andern seinem entfernen, nicht mehr bey ihm schlafen. Sich von der Wand abbetten, das Bett von der Wand rücken.
 
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Abbeugen, verb. reg. act. S. Adelung Abbiegen.
 
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Abbezahlen, verb. reg. act. nur im gemeinen Leben. 1) Völlig bezahlen, besonders eine Schuld. 2) Einen Theil davon bezahlen.
 
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Abbiegen, verb. irreg. act. (S. Adelung Biegen,) durch Biegen entfernen oder absondern. Die Sprößlinge der Nelken zum Verpflanzen abbiegen. Daher die Abbiegung.
   Anm. Die vollere Alemannische Mundart sagt für abbiegen, abbeugen, und hierin folgt ihr die erhabene, dichterische Schreibart der Hochdeutschen, weil abbeugen wegen des breiten Doppellautes den Mund mehr füllet. S. Adelung Beugen und Biegen.
 
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Abbiethen, verb. irreg. act. (S. Adelung Biethen.) Einen abbiethen, mehr biethen, als ein anderer, und ihn dadurch vertreiben; edler, ihn überbiethen. In einigen Gegenden auch wie aufbiethen, proclamiren, da denn Abgeboth so viel wie Aufgeboth ist.
 
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Das Abbild, des -es, plur. die -er, ein im Hochdeutschen seltenes Wort für Bildniß.
   Wie angenehm ist doch die Liebe!
   Erregt ihr Abbild zarte Triebe;
   Was wird das Urbild selber seyn?
   Hall. Ingleichen in weiterm Verstande, das was einem andern Dinge ähnlich ist.
   Die Sonne quoll hervor, wie Ruh aus Güte quillt,
   Sie, Gottes Abbild selbst, verließ ihr Ebenbild
   In die vor Dankbarkeit mir abgefloßne Zähre,
   Withof. In einer Urkunde Königs Johann von Böhmen von 1334 bedeutet dieses Wort so viel als ein Beyspiel: darum, daß andere Leuthe dar Abbilde nehmen.
 
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Abbilden, verb. reg. act. 1) Eigentlich, die Gestalt einer Sache auf sinnliche Art nachahmen, ein Bild von einem Dinge machen. Einen Garten abbilden. Eine Frucht in Wachs abbilden. Gott unter menschlicher Gestalt abbilden. 2) Figürl. überhaupt so viel, als lebhaft vorstellen, wofür doch schildern edler und üblicher ist. 3) Ein Vorbild einer Sache seyn. Moses bildete Christum ab.