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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abbeitzen bis Abbiethen (Bd. 1, Sp. 10 bis 11)
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Artikelverweis  Abbeitzen, verb. rgul. act. 1) Mit Beitzen oder einer beißenden Schärfe wegbringen; abätzen. Die Haare abbeitzen, bey den Gärbern und Lederbereitern. Ein Fell abbeitzen, die Haare von demselben abbeitzen. Abgebeitzte Wolle, welche mit Kalk von den Schaffellen abgebeitzet worden, Beitzwolle. 2) Gehörig beitzen, durch Beitzen gar machen, bey den Weißgärbern. So auch die Abbeitzung.
 
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Abbèrsten, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Bersten,) mit haben, bersten und abfallen, abspringen. Der Kalk ist überall abgeborsten.
 
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Abberufen, verb. irreg. act. (S. Adelung Rufen,) von einem Orte weg berufen, feyerlich abrufen. Der Gesandte ist bereits abberufen worden. Daher die Abberufung, das Abberufungsschreiben.
 
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Abbestèllen, verb. reg. act. im gemeinen Leben, eine bestellte Sache wieder absagen. Ein Kleid, einen Tagelöhner abbestellen.
 
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Abbèthen. verb. regul. act. 1) Eine bestimmte Anzahl von Gebethen hersagen. Den Rosenkranz abbethen. Gewisse Mannspersonen haben ihren Vorrath von Lobsprüchen, den sie immer abbethen. 2) Durch Bethen abwenden. Ein Unglück abbethen.
 
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Abbêtteln, verb. reg. act. durch Betteln oder vieles Bitten erhalten. Einem etwas abbetteln. Man muß ihm alle Worte abbetteln.

[Bd. 1, Sp. 11]



 
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Abbétten, verb. reg. act. Sich von einem abbetten, sein Bette von des andern seinem entfernen, nicht mehr bey ihm schlafen. Sich von der Wand abbetten, das Bett von der Wand rücken.
 
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Abbeugen, verb. reg. act. S. Adelung Abbiegen.
 
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Abbezahlen, verb. reg. act. nur im gemeinen Leben. 1) Völlig bezahlen, besonders eine Schuld. 2) Einen Theil davon bezahlen.
 
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Abbiegen, verb. irreg. act. (S. Adelung Biegen,) durch Biegen entfernen oder absondern. Die Sprößlinge der Nelken zum Verpflanzen abbiegen. Daher die Abbiegung.
   Anm. Die vollere Alemannische Mundart sagt für abbiegen, abbeugen, und hierin folgt ihr die erhabene, dichterische Schreibart der Hochdeutschen, weil abbeugen wegen des breiten Doppellautes den Mund mehr füllet. S. Adelung Beugen und Biegen.
 
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Abbiethen, verb. irreg. act. (S. Adelung Biethen.) Einen abbiethen, mehr biethen, als ein anderer, und ihn dadurch vertreiben; edler, ihn überbiethen. In einigen Gegenden auch wie aufbiethen, proclamiren, da denn Abgeboth so viel wie Aufgeboth ist.