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Aalquappe bis Aas (Bd. 1, Sp. 5)
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Artikelverweis Die Aalquappe, S. Adelung Aalraupe.
 
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Die Aalquast, des -es, plur. die -e, oder, die Aalquaste, plur. die -n, (S. Adelung Quast,) ein Bündel grüner Reiser, welches man an eine lange Stange steckt, und unter das Wasser stellt, da sich denn die Aale und Weißfische häufig darauf setzen.
 
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Die Aalraupe, plur. die -n, ein Fisch in süßen Wassern, welcher an der glatten Haut dem Aale gleicht, aber einen großen Kopf und dicken Bauch hat. Gadus Lota, L. Der Nahme Aalraupe, oder Aalruppe, wie er auch gefunden wird, ist ohne Zweifel von rauben, weil er ein Raubfisch ist, und dabey dem Aale gleicht. In der Schweiz heißt er Raubaal, am Rheine verderbt Ruffelk, Ruffolk, in andern Gegenden Ruppe, in Oesterreich die Rutte, in Baiern der Rutten. Sein Holländischer und Niedersächsischer Nahme ist Quappe, auch wohl Aalquappe, Aalquabbe, Dän. Quabbe, Engl. Quab, von dem Niedersächsischen Quapp, ein Beutel, Wamme, oder Schlauch, wegen seines dicken Bauches. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird er auch Trusch, Trusche, Trüsche genannt. Mit der Niedersächsischen Benennung kommt die Griechische Κωβος und die daraus gemachte Lateinische Gobio überein; obgleich Wachter die beyden letztern von Kopf oder Caput herleitet, wegen des dicken Kopfes dieses Fisches.
 
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Die Aalreuse, plur. die -n, Reusen, so fern sie zum Aalfange gebraucht werden.
 
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Der Aalstếcher, des -s, plur. ut nomin. sing. S. Adelung Aalgabel.
 
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Der Aalstreif, des -es, plur. die -e, ein schwarzer Streif, welchen besonders fahle Pferde auf dem Rücken haben; weil die Aale mit einem ähnlichen dunkeln Streife gezeichnet sind. Auch der Aalstrich.
 
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Das Aalwèhr, des -es, plur. die -e, ein durch Zäune oder Pfähle verengter Ort in einem Flusse, vor welchen man Hamen oder Fischkörbe stellet, Fische und besonders Aale darein zu fangen. Nieders. Aallegge, von Lage, Nachstellung.
 
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Der Aar, des -en, plur. die -en, (nicht Aare), eine sehr alte Benennung aller großen Raubvögel, und besonders des Adlers, welche heut zu Tage noch am meisten in Niedersachsen üblich ist.
   So wie der Aar das Huhn, der Hecht die Gründel frißt.
   Opitz.
   Bald werdet ihr im Meer der Hayen, am Gestade
   Der Aaren Beute seyn.
   Raml. Anm. Frisch und Wachter haben die Übereinstimmung dieses Nahmens in den ältern und neuern Sprachen sehr gut gezeiget, daher ich hier weiter nichts hinzu setzen will, als das ér noch jetzt in Bretagne einen Adler bedeutet, und daß die erste Hälfte des Latein. Aruspex vermuthlich auch hierher gehöret, so wie die letzte Hälfte zu dem Geschlechte des alten spähen gerechnet werden kann.
 
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Aaron, eine Pflanze, S. Adelung Arum.
 
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Die Aarweihe, plur. die -n, eine Art Weihen oder Geyer, welche dem Aaren oder Adler ähnlich ist; ein Benennung, welche größten Theils nur in Niedersachsen vorkommt. In einigen Gegenden gebraucht man es, so wie das einfache Weihe, männlich, der Aarweihe.
 
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Das Aas, des Aases, plur. die Äser. 1. In die Fäulniß gegangenes Fleisch eines gefallenen Thieres; ohne Plural. Es stinkt wie Aas. S. auch Luder. Luthers Aas vom eßbaren Fleische geschlachteter Thiere ist veraltet, und gehöret vermuthlich auch zu Aß. 2. Ein riechender todter Körper, mit dem Plural; eigentlich nur von Thieren, im verächtlichen Verstande auch von Menschen.
   Auf jeder Küste liegen Äser von Barden.
   Ebert. Im gemeinen Leben im verächtlichsten Verstande auch von lebendigen Personen, besonders weiblichen Geschlechtes.
   Anm. Dieses Wort ist mit dem folgenden Aß, von essen, nicht zu verwechseln, von welchem es sich auch in der gelindern Aussprache des s in der Verlängerung des Wortes unterscheidet. Es lautet schon im 10ten Jahrh. As und Az, bald darauf aber Aweis und Auwesel, von welchen letztern Formen doch noch ungewiß ist, ob sie bloße Verlängerungen der ersten sind. 1477 lautete der Plural in Schwaben Osse und noch in Luthers Bibel die Aase. Der Stammbegriff scheint Fäulniß, Schmutz zu seyn; daher ist noch im Niederstichsischen asig, schmutzig, naß, asen, schmutzige Arbeit verrichten, ingleichen, auf eine ekelhafte Art in etwas herum wühlen, sich zuasen, sich beschmieren.